Bolivianisches Frauentreffen würdigt Fortschritte bei Gleichberechtigung

La Paz. Auf dem ersten nationalen Frauentreffen in Bolivien haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Errungenschaften der vergangenen Jahre gewürdigt. Bei der Zusammenkunft der wichtigsten Frauenverbände mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Justiz wurde auch die Position der Frauen im "Prozess des Wandels" unter der Regierung von Präsident Evo Morales konkret definiert und verschiedene Arbeitsgruppen gebildet.

Die Frauen hätten in Staat und Politik schon viel erreicht, nun müssten sie auch in der Wirtschaft vorankommen, heißt es in einer ersten Stellungnahme der Veranstalterinnen. Man sei vor allem stolz darauf, dass sowohl die Hälfte Kabinettsmitglieder als auch über die Hälfte der Senatoren Frauen seien und diese so die hohe Politik entscheidend prägen könnten. Auch in Bezug auf den Zugang der Frauen zu Bildung, Gesundheitsleistungen und besseren Arbeitsbedingungen seien enorme Fortschritte sichtbar.

Die Vertreterin der Vereinten Nationen in Bolivien, Yoriko Yasukawa, erinnerte daran, dass es bei der Gewaltprävention und der Strafverfolgung noch viel zu tun gibt: "Alle drei Tage wird eine Frau ermordet und von zehn Gewalttaten gegenüber Frauen werden nur drei angezeigt. Sei es aus Angst oder fehlendem Vertrauen in Polizei und Justiz."

Auf der Veranstaltung wurde auch der vor zwei Wochen in El Alto ermordeten Journalistin Verónica Peñasco Layme gedacht. Sie sei eine Frau gewesen, die ganz im Dienste der Gesellschaft gestanden und die mit ihrem Kampf gegen die Diskriminierung der Frauen in den vergangenen Jahren Entscheidendes erreicht habe. Die Chefin des Radiosenders San Gabriel war am 25. Februar auf dem Weg zur Arbeit zusammen mit ihrem Bruder getötet worden.

Auch in anderen Staaten der Region fanden rund um den internationalen Frauentag viele Veranstaltungen statt. Die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet sagte in New York, wie wichtig es sei, dass Frauen die Zukunft mitgestalten und dass bisher kein Land behaupten könne, frei von Geschlechterungleichheiten zu sein.

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