New York. Ein aktueller Bericht der UN Women von Juli 2026 zeigt, dass durch die Mittelkürzungen bei Hilfsgeldern mindestens eine Million Frauen und Mädchen den Zugang zu lebenswichtiger Unterstützung verlieren. Was als finanzieller Schock durch das Aussetzen von USAID im Jahr 2025 begann, ist mittlerweile zur operativen Realität vieler Frauenrechtsorganisationen und von Frauen geführter Hilfsorganisationen geworden.
Für den UN-Bericht wurden 855 primär national und lokal agierende sowie von Frauen geführte NGOs und Frauenrechtsorganisationen in 52 Ländern befragt. Gegenstand des Berichts sind die Auswirkungen der Mittelkürzungen auf die Umstrukturierung von Organisationen und deren Leistungsangebote sowie die daraus resultierenden Folgen für Frauen und Mädchen weltweit.
Obwohl der Bedarf an Unterstützung mit einer zunehmenden Zahl bewaffneter Konflikte weltweit steigt, sind Frauenrechtsorganisationen und von Frauen geführte NGOs aufgrund der Kürzungen in der humanitären Hilfe zunehmend gezwungen, ihre Dienstleistungen zu reduzieren. 84 Prozent der befragten Organisationen meldeten einen Anstieg an Frauen und Mädchen, die Unterstützung benötigen. Gleichzeitig sagten 88 Prozent aus, dass sie die erhöhten Bedarfe nicht bedienen können. Unter die Unterstützungsleistungen fallen Programme zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur wirtschaftlichen Stärkung sowie Schutzräume und Frauenzentren als Reaktion auf geschlechtsspezifische Gewalt.
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Die Kürzungen treffen diejenigen am härtesten, die ohnehin schon mit den größten Barrieren zu kämpfen haben: minderjährige Mädchen, Frauen und Mädchen mit Behinderungen und Vertriebene sowie von Frauen geführte Haushalte in entlegenen Regionen und Betroffene von bewaffneten Konflikten. Die Folgen sind eine stärkere wirtschaftliche Gefährdung, eine höhere psychische Belastung, eine Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt und höhere Raten von Schulabbrüchen. Bereits jetzt sei eine Zunahme von Früh- und Zwangsehen zu beobachten. 61 Prozent der befragten Mitarbeiter der Organisationen gehen außerdem von einer Zunahme von sexuellen Dienstleistungen aus Not und Sexarbeit aus.
Für die Mitarbeiterinnen der Frauenorganisationen, die oft selbst von persönlichen und finanziellen Unsicherheiten betroffen sind, bedeutet dies eine höhere Arbeitsbelastung, Gehaltskürzungen, Burnout und zusätzliche finanzielle Schwierigkeiten.
Durch die Budgetkürzungen geraten viele der Organisationen in einen Teufelskreis. Weniger Ressourcen bedeutet oft, weniger Möglichkeiten zu haben, um Prozesse zu überwachen, zu messen und auszuwerten. Somit bestehen weniger Chancen, sich für Fördergelder zu qualifizieren. Nicht nur Expertenwissen geht verloren, sondern auch Vertrauen und Beziehungen innerhalb der Gemeinschaften, die über Jahre hinweg aufgebaut wurden. Die Konsequenzen reichen daher weit über die Organisationen und individuelle Schicksale hinaus.

