Kolumbien / Deutschland

Kolumbianischer Gewerkschafter Carlos Olaya auf Deutschlandreise

Berlin. Der kolumbianische Gewerkschafter Carlos Olaya berichtet derzeit auf einer Vortragsreise über den Widerstand gegen multinationale Konzerne und die Lage von organisierten Arbeitern in seiner Heimat. Die Veranstaltungen in Bielefeld (14.3.), Itzehoe (15.3.), Hamburg (16.3.), Bochum (19.3.), Oberhausen (20.3.), Köln (21.3.) und Wuppertal (31.3./1.4.) sind Teil einer Rundreise der Basisinitiative Solidarität (BaSo), auf der Olaya bereits in Berlin, Joachimsthal und Halle (Saale) Station gemacht hat.

Olaya arbeitet in Kolumbien für die Gewerkschaft Sinaltrainal, die die Arbeiter in der Lebensmittelindustrie von Zuckerrohrschneidern auf den Feldern über Beschäftigte transnationaler Konzerne wie Coca Cola, Kraft, Nestlé bis hin zu Dienstleistern in Kantinen und Gebäuden wie Sodexo organisiert. Dabei ist das Engagement in Gewerkschaften in Kolumbien lebensgefährlich, denn dort werden jedes Jahr weltweit die meisten Gewerkschafter ermordet. Allein 2010 haben Paramilitärs und stattliche Streitkräfte 52 Gewerkschafter "verschwinden lassen" und umgebracht. Auch die systematischen Menschenrechtsverletzungen, von denen besonders Vertreter sozialer Bewegungen und Gewerkschaften betroffen sind, sind Teil der Vorträge und Diskussionsrunden.

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Vergangenen Freitag hatte Olaya in Berlin auf einer Veranstaltung des European Center for Constitutional Rights (ECCHR) über den Fall Luciano Romero gesprochen. Romero war 2005 von Paramilitärs ermordet worden, nachdem er sich bei seinem Arbeitgeber, der Nestlé-Tochter Ciolac, zusammen mit Sinaltrainal für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen eingesetzt hatte. Vergangene Woche wurde dann, bei der Staatsanwaltschaft im schweizerischen Zug Strafanzeige gegen die Nestlé AG und führende Direktoren des Konzerns gestellt.

Olaya sagte in Berlin: "Es geht um die konkreten Möglichkeiten, die es gibt, um ein besseres Lateinamerika zu erreichen. Ein konkreter Weg ist zu verhindern, dass sich solche Taten wiederholen. Wir wollen, dass sich aus diesem Fall Einschränkungen für die Unternehmen entwickeln, damit diese weniger Macht in der Gesellschaft haben." Es dürfe nicht sein, dass jeder, der sich den großen Unternehmen widersetze und bessere Arbeitsbedingungen fordere, eine toter Mann sei.

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