Soziale Proteste in Guatemala

Guatemala. In Guatemala demonstrieren tausende Bauern und Indigene seit vergangenem Montag für Lösungen im Landkonflikt. Unterstützt werden sie dabei auch von Vertretern von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen. Mit einem gemeinsamen Protestmarsch, der im zentralen Cobán begann, wollen sie am 27. März in der Hauptstadt Guatemala eintreffen, um ihre Forderungen direkt an den amtierenden Präsidenten Otto Pérez Molina zu stellen. Die Demonstranten verlangen, dass sich die Regierung sowohl mit den Problemen der Landverteilung als auch mit denen der Verfolgung indigener Aktivisten auseinandersetzt.

Im Mittelpunkt der Forderungen der Bauern steht dabei vor allem die Abschaffung der Landkonzentration in den Händen von Großgrundbesitzern. Diese sei eine der Hauptursachen für Hunger und Unterernährung in dem zentralamerikanischen Land. Auch die Verabschiedung eines Gesetzes zur ländlichen Entwicklung und die Entschuldung von Bauern werden reklamiert. Für die indigenen Teilnehmer des Marsches stehen derweil das Ende der Vertreibungen aus ihren Gebieten und die Entkriminalisierung ihres Widerstandes auf der Agenda. Aparicio Pérez, Anführer des Bauernkomitees, sagte: "Es sind die indigenen Völker, die am meisten unter der Repression und der Kriminalisierung des sozialen Widerstandes leiden." In direktem Zusammenhang damit sind auch die Forderungen nach dem Rückzug von Bergbau- und Ölförderlizenzen für eben jene indigenen Hoheitsgebiete zu sehen.

Die Initiatoren des Protestes kündigten an nur mit friedlichen Maßnahmen arbeiten zu wollen. Allerdings könne man sich auch vorstellen, Straßenblockaden zu errichten, sollte die Regierung keinerlei Reaktion zeigen. Man erwarte Antworten und einen angemessenen Empfang. Roxana Baldetti, Vizepräsidentin des Landes, zeigte sich dialogbereit. Man wolle mit den Anführern der Bewegung verhandeln und einen geeigneten Weg zur Lösung der Probleme finden.

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