Bolivien / Politik

Bolivien will Satelliten gegen illegale Kokapflanzungen einsetzen

La Paz. Bolivien will erstmals Satelliten und GPS-Systeme im Kampf gegen illegale Kokafelder einsetzen. Das Pilotprojekt "Plan zur Reduktion überschüssiger Kokapflanzungen" wurde am Donnerstag in La Paz vorgestellt. Dabei waren Vertretern der USA, Brasiliens, der EU und des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung anwesend.

Zunächst soll das Projekt in der Hauptanbauregion Chapare im Regenwald von Cochabamba getestet werden. Laut dem Vizeminister für Soziale Verteidigung und kontrollierte Substanzen, Felipe Cáceres, halte man sich damit an eine Vereinbarung zwischen Bolivien, Brasilien und den Vereinigten Staaten. Diese sieht die Modernisierung und bessere Ausrüstung der Überwachungstechnik im Kampf gegen illegale Kokapflanzungen vor.

Auch die zweite tropische Anbauregion, die Yungas im Departement La Paz, soll bald so überwacht werden. Cáceres betonte: "Das Projekt dient dazu Boliviens technische Kapazitäten in der Überwachung der Kokapflanzungen zu verbessern und die technische und wissenschaftliche Koordinierung zwischen den Ländern auszubauen." In La Paz wurde dazu auch ein Büro mit Technik zur Auswertung der Überwachungsbilder eingeweiht. Die Modernisierung sei notwendig geworden, da der bisherige Kampf gegen illegale Kokaanbauten per Hand nur sehr rudimentär möglich gewesen sei, sagte Cárceres.

Bolivien erreichte 2011 einen Rekord in der Vernichtung sogenannter überschüssiger Kokapflanzungen und illegaler Kokainlabore. Koka gilt in dem Andenland jedoch auch als wichtige Kulturpflanze und das Kauen ihrer Blätter ist eine jahrhundertealte Tradition. Deswegen wird ein Teil des Koka in Bolivien nach nationalen Bestimmungen legal angebaut. Der ehemalige Kokabauer und heutige Staatschef Evo Morales versucht bisher erfolglos, die Pflanze von der Suchtstoffliste der UNO streichen zu lassen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr