FARC-Guerilla wendet sich an "Amerika-Gipfel"

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Mitglieder der FARC-Guerilla
Mitglieder der FARC-Guerilla

Cartagena, Kolumbien. Die kolumbianische Guerillaorganisation FARC hat die Staats- und Regierungschefs auf dem bis zum heutigen Sonntag andauernden sechsten "Amerika-Gipfel" in einem im Internet verbreiteten Kommuniqué dazu aufgefordert, die sozialen und politischen Probleme der Region zu behandeln. Nach Ansicht der Rebellenorganisation dürften Themen wie die US-amerikanische Blockade gegen Kuba oder der Anspruch Argentiniens auf die Malwinen ("Falkland-Inseln") nicht auf der politischen Agenda fehlen.

"Inmitten einer weltweiten Krise des Kapitals muss sich ein wirklich erfolgreicher Amerika-Gipfel um mehr bemühen als nur das weitere Wirtschaftswachstum nach den Regeln des Marktes", heißt es in dem Kommuniqué, das unter anderem auf der Nachrichtenseite ANNCOL veröffentlicht wurde.

Auch einer politischen Lösung des kolumbianischen Konfliktes und einer aktiven Friedenspolitik müssten sich die Staaten des Gipfeltreffens widmen, heißt es in dem Dokument weiter, in dem die Regierungen zudem aufgefordert werden, ein zum Kapitalismus alternatives Entwicklungsmodell durchzusetzen.

Der in Lateinamerika und der Karibik florierenden Drogenhandel – eines der zentralen Themen auf dem "Amerika-Gipfel" – müsse vom sozialen Blickwinkel aus betrachtet werden, erklärt die Guerillaorganisation. Rein militärische Strategien gegen das Drogenproblem würden keine Lösung bringen. Staat dessen müssten sich auch die Konsumentenstaaten um eine Lösung bemühen.

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