Im Süden Mexikos droht schwere Ernährungskrise

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Maiskolben
Mais: Mangelware in Mexiko

Oaxaca, Mexiko. Nach Schätzungen mehrere lokaler Indigenen- und Bauernorganisationen droht im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca in 172 Gemeinden eine schwere Ernährungskrise. Von dem Nahrungsmittelmangel könnten ohne die Ergreifung von Sofortmaßnahmen bis zu zwei Millionen Menschen betroffen sein, berichtet das Nachrichtenportal Pagina3.

Zu der Lebensmittelknappheit trage neben klimatischen Veränderungen die bis zu 60-prozentigen Ernteausfälle in anderen Bundesstaaten des Landes bei, aus  denen enorme Preissteigerungen von Mais und Bohnen resultierten. Auf den generellen Mangel an Mais und Bohnen in Mexiko folgte zudem eine weitere Einschränkung des staatlichen Ernährungsprogramms Disconsa. Oaxaca drohe damit eine ähnliche Hungersnot, wie sie in den nördlichen Bundesstaaten des Landes bereits eingetroffen sei.

Insgesamt fehlen derzeit 200 Tonnen Mais, um die Ernährung der armen, meist indigenen Landbevölkerung in Oaxaca zu sichern. Das "Staatliche Sekretariat für Ackerbau, Viehzucht, ländliche Entwicklung und Ernährung" (Sagarpa), vergleichbar mit einem Landwirtschaftsministerium, habe bisher keine Unterstützungmaßnahmen für Oaxaca eingeleitet, berichtet Pagina 3.

Zwischen 2001 und 2010 starben in Mexiko 85.343 Menschen an Unterernährung und Hunger. Weniger als fünf Milliarden Pesos wurden in der Zeit als Unterstützung der Nahrungsunterversorgung ausgegeben. Zum Vergleich lagen von 2007 bis 2012 die Rüstungsausgaben Mexikos bei über zehn Milliarden Pesos (578 Millionen Euro).

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