Staatsanwalt fordert Entschädigung für Indigene in Brasilien

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Guaraní-Indígena in Brasilien
Eine Guaraní-Gemeinde in Brasilien könnte 83 Millionen US-Dollar für seelische und materielle Schäden erhalten

Brasília. Ein brasilianischer Staatsanwalt hat Klage gegen die brasilianische Regierung eingereicht. Marco Antonio Delfino de Almeida fordert 170 Millionen Reais (66 Millionen Euro) als Ausgleich für "seelische und materielle" Schäden an den Guaraní-Indígenas. Dies berichtete die Menschenrechtsorganisation Survival International am Donnerstag. Erst kurz zuvor hatte das Unternehmen Shell-Raizen angekündigt, kein Zuckerrohr mehr von dem Land der Guaraní zu erwerben.

Delfino de Almeida fordert Entschädigung für die Jahre, in welchen die Guaraní-Gemeinde Guyra Roká ihres Landes beraubt wurde, und für die Zeit, welche das Erfassen und die Demarkierung ihres traditionellen Landes in Anspruch genommen haben.

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Almeida erklärte: "Wenn sie zurückkehren können, wird der Großteil ihres Landes abgeholzt sein und der Boden von Jahrzehnten intensiver Landwirtschaft ausgelaugt sein. Die Indigenen werden die finanziellen Mittel brauchen, um ihr Land wieder produktiv und die Umwelt nachhaltig gestalten zu können."

Die Guaraní von Guyra Roká wurden in den 1920er Jahren von ihrem Land vertrieben. Obwohl ihr Gebiet offiziell vom Justizministerium anerkannt wurde, wird es weiterhin von Ranchern besetzt, um Zuckerrohr für die Herstellung von Biotreibstoff anzubauen.

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