Paraguay / Politik

Prominente initiieren Demokratie-Kampagne in Paraguay

Asunción. Eine Gruppe von 35 Prominenten aus Paraguay ruft seit vergangenem Freitag zum friedlichen Widerstand gegen die De-facto-Regierung auf. Unter ihnen befinden sich unter anderem der bekannte Künstler Carlos Colombino, der Anthropologe Bartomeu Meliá, die Historikerin Margarita Duran, der Priester Lulo Echague, sowie weitere namhafte Vertreter aus Presse, Kunst und Kultur.

Am 22. Juni wurde der gewählte Präsident Fernando Lugo vom Senat in einem politischen Schnellprozess abgesetzt. Seitdem wächst der Widerstand gegen diesen undemokratischen Prozess. War es in den ersten Tagen überwiegend die verarmten Bevölkerungsteile, die ihrer Empörung auf Straßen und Plätzen Ausdruck gab, melden sich jetzt auch immer mehr Vertreter der Mittel- und Oberschicht zu Wort. Auch die paraguayische Menschenrechtskoordination Codehupy spricht von einem "parlamentarischen Putsch" und distanziert sich von der De-facto-Regierung von Federico Franco.

Der Aufruf, der die Überschrift "Keine Rückkehr in finstere Zeiten" trägt, klagt die "abrupte Absetzung der vom Volk gewählten Regierung" an. Die Erstunterzeichner verschiedener ideologischer Richtungen betonen, dass sie mit diesem Aufruf ihr "Wort gegen die von der Macht verordnete Stille" erheben wollen und den Vorgang als "illegalen und illegitimen Staatsstreich" verurteilen. Besonders heben sie hervor, dass dieser Prozess durch den Gesetzgeber in Gang gesetzt wurde, "dessen Aufgabe genau darin besteht, in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit gesetzgeberisch tätig zu werden und dem Geist des Gesetzes treu zu sein". Weiter würdigen sie den "historischen Wandel, der durch die Wahlen 2008 vom Volk eingeleitet wurde" und die Maßnahmen, die von der Regierung unter Fernando Lugo für die Verbesserung der Lage der "Ärmsten und Ausgegrenzten" begonnen wurden.

"Besorgt über die Zukunft unserer Nation, verpflichten wir uns, für immer friedlich weiter zu kämpfen für den Wiederaufbau einer freien, demokratischen und integrativen Republik, für unsere und die zukünftigen Generationen", heißt es zum Abschluss. Innerhalb weniger Stunden unterschrieben diesen Aufruf mehr als 2.000 Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens in Paraguay.

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