Volksbefragung über Straßenbau in Bolivien

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Lage des TIPNIS-Gebietes in Bolivien
Lage des TIPNIS-Gebietes in Bolivien

La Paz. Im bolivianischen Amazonasgebiet hat am Sonntag eine Volksbefragung über den Bau einer Fernverkehrsstraße begonnen. Bis zum 25. August sollen 69 indigene Gemeinden in dem Naturschutzgebiet Isiboro Sécure (Tipnis) an der Befragung teilnehmen und so über die erst im vergangenen Jahr beschlossene Unantastbarkeit des Gebietes entscheiden. Die Abstimmung wird sowohl von der Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) also auch von der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA) überwacht.

Der Auftrag für den Streckenabschnitt durch den Nordosten des Landes war 2009 an das brasilianische Unternehmen OAS vergeben worden. Seitdem kam es immer wieder zu Protesten für und gegen den Bau durch verschiedene indigene Gruppen aus der Region. Im Oktober vergangenen Jahres waren nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften und Protestmärschen durch das Land die Bauarbeiten zunächst eingestellt und die Volksbefragung angekündigt worden.

Doch auch diese ist umstritten. Erst im Juni waren erneut 300 Indigene nach einem 600 Kilometer langen Marsch durch das Land am Regierungssitz in La Paz eingetroffen und hatten mit einem Protestcamp gegen die Pläne der Regierung Stellung bezogen.

Diese will den Konflikt nun im Dialog mit den unterschiedlichen Gruppen lösen.

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