Konsultationen um Straße durch bolivianischen Nationalpark laufen an

La Paz. Eine Woche nach Beginn der Konsultation über das umstrittene Straßenbauprojekt durch Boliviens indigenen TIPNIS-Nationalpark, sind die Umfragen in elf der 69 betroffenen Gemeinden erfolgreich abgewickelt worden.

Nach Angaben des Regierungsministers Carlos Romero haben die Gemeinden erfolgreich von ihrem demokratischen Recht Gebrauch gemacht, über die "Unantastbarkeit" des Territoriums zu entscheiden. Die Volksbefragung ermögliche den TIPNIS-Bewohnern, Abstimmungen gemäß ihrer Gemeinschaftsstrukturen und Bräuche zu treffen und sich für oder gegen den Bau der Straße zwischen dem Hochland-Departement Cochabamba und Beni im Tiefland zu entscheiden.

Vertreter der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) haben die Konsultation als ein völlig neues Ereignis in der Geschichte Boliviens beschrieben, das große Verantwortung mit sich bringe. Der Vertreter der OAS in Bolivien, Eduardo Enrique Reina García, nannte dies einen Prozess, in dem die Demokratie gefestigt werde. Indigene Gemeinschaften könnten zum ersten Mal über Themen bestimmen die an die Entwicklung ihrer Gemeinschaften gebunden seien. Der Vetreter Venezuelas bei der Unasur, Pedro Sassone, sagte, dass man mit dem Konsultationsprozess "Geschichte schreibe". Er nimmt als Beobachter der Unasur an den Beratungen teil.

Neben Reina und Sassone und Vertretern der indigenen TIPNIS-Gemeinden beteiligen sich das Ministerium für Umwelt und Wasser, Felipe Quispe Quenta, sowie Vladimir Sánchez vom Ministerium für Öffentliche Arbeiten an der Konsultation. Letzterer versicherte eine transparente Abwicklung der Verhandlungen.


Hinweis: Umweltminister Felipe Quispe Quenta wurde in dieser Meldung als "führender Repräsentant der Indigenen-Bewegung" bezeichnet. Dem lag eine Verwechslung mit dem gleichnamigen indigenen Aktivisten Felipe Quispe Huanca zugrunde.

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