Paraguay / Wirtschaft

Franco vergibt Erdölkonzessionen an US-Unternehmen

Asunción. Der paraguayische De-facto-Präsident Federico Franco hat dem US-amerikanischen Erdölunternehmen Dahava Petróleos das alleinige Recht auf Erdölförderungen in der Region Chaco eingeräumt. Franco war erst im Juni dieses Jahres durch ein international umstrittenes Amtsenthebungsverfahren gegen den rechtmäßig gewählten Präsidenten Fernando Lugo an die Macht gekommen.

Nach der nun erteilten Zustimmung kündigte das Unternehmen Dahava Petróleos an, bis zum kommenden April zwei Bohrtürme im Nordosten Paraguays zu errichten. Die dortige Hochebene des Chaco ist gleichzeitig Grenzgebiet zum Nachbarland Bolivien. Der paraguayische Vize-Energieminister Hugo Cacace erklärte, dass das Unternehmen zunächst Erkundungsbohrungen durchführen wird. Seine Regierung würde nun alles notwendige in die Wege leiten um die Arbeiten nicht länger aufzuhalten. Eine Förderung durch Dahava Petróleos bezeichnete er als das "Erreichen wahrhaftiger Souveränität" für sein Land.

Dahava Petróleos hatte nach Angaben des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur bereits vor einiger Zeit sechs Millionen Hektar Land im Becken des Paraná in der Region Chaco erworben. Für das Unternehmen ist die geplante Erdölförderung in Paraguay die erste Investition in Lateinamerika. Bisher war Dahava Petróleos vor allem in Südafrika und den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana tätig. Neben Erdöl fördert das Unternehmen auch Jade und Diamanten. 

Das paraguayische Energieministerium teilte unterdessen mit, weitere Konzessionen an transnationale Konzerne vergeben zu wollen. Präsident Franco habe dazu bereits mit kanadischen Investoren Absprachen für weitere Erdölexplorationen getroffen. Seit 1945 wurden in Paraguay 48 Probebohrungen durchgeführt. Nur in knapp der Hälfte waren Spuren von Kohlewasserstoffverbindungen nachgewiesen worden.

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