Brasilien: Kleinbauern blockieren Umleitung des Rio São Francisco

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Kleinbauern besetzen Baustelle
250 Kleinbauern protestieren gegen Flußumleitung des Rio São Francisco im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco

Brasília. Rund 250 Kleinbauern haben im Nordosten Brasiliens kurzzeitig die Bauarbeiten für eine geplante Flussumleitung blockiert. Die Aktion fand an der Westroute für die geplante Umleitung des Rio São Francisco im Verwaltungsbezirk Sertânia im nordostbrasilianischen Bundesstaat Pernambuco statt, rund 250 Kilometer westlich von der Landeshauptstadt Recife.

Die Protestierenden wandten sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen die "Großprojekte, die entgegen allen Behauptungen keinerlei Vorteile für das Leben der Bevölkerung" hätten. Das umstrittene Umleitungsprojekt des für den halbtrockenen brasilianischen Nordosten zentralen Flusses vertreibe die Landarbeiter von ihren kleinen Parzellen, wecke falsche Hoffungen und zerstöre die lokale Biodiversität, so die Kleinbauern. Die Demonstranten sprachen sich im Gegenzug für die Umsetzung der Landreform aus, für das Recht auf Land und den ungehinderten Zugang zu Wasser. Auch warfen sie den politischen Instanzen Untätigkeit vor. Nach einigen Stunden der Besetzung räumten sie friedlich das Gelände.

Das von der Zentralregierung und den Landesgouverneuren 2007 in Angriff genommene Umleitungsprojekt des Rio São Francisco umfasst den Bau von zwei Kanälen, dem "Eixo Norte" mit 400 Kilometern Länge und dem "Eixo Leste" mit 250 Kilometern Länge. Mit dem Wasser sollen nach Regierungsangaben die jährlich austrocknenden Flüsse Jaguaribe, Piranhas-Açu, Apodí, Brígida, Paraíba und Moxotó gespeist werden. Nach amtlichen Angaben könnten 6,8 Millionen Menschen damit erreicht werden.

Kritiker des Projektes werfen der Regierung vor, mit der Umleitung des Rio São Francisco die Interessen der wasserintensiven Cash-Crop-Agrarindustrie zu vertreten. In den vergangenen Monaten zeigten sich an den Baustellen vermehrt Baumängel, da bereits fertig gestellte, aber noch ungenutzt brachliegende Kanalabschnitte von dem Klima im Sertão wieder zerstört werden. Hinzu kommen derweil exorbitant gestiegene Kosten für die Umleitung. Neuesten Schätzungen zufolge könnten sich die Kosten auf bis zu 20 Milliarden Reais (acht Milliarden Euro) anstatt der anfänglich eingeplanten 3,5 Milliarden Reais belaufen.

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