Paraguay / Wirtschaft / Umwelt

Kritik an Zulassung für Gen-Mais in Paraguay

Asunción. Vier Saatguthersteller drängen derzeit in Paraguay auf die Zulassung gentechnisch veränderten Maissamen. Der transnationale Saatgutmulti Monsanto ist mit seiner Sorte VT3Pro bisher am weitesten vorangekommen, berichtet die in Berlin erscheinende "tageszeitung" (taz).

Anfang August habe das Gesundheitsministerium in Asunción die Zulassung des Genmaises für den menschlichen Verzehr genehmigt, heißt es in dem Bericht. Nun sei der Antrag zur Comisión Nacional de Bioseguridad (Combio) und von dort zum Landwirtschaftsministerium gegangen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Genmais in Paraguay erstmals offiziell zugelassen wird.

"Bald kann Monsanto sein Saatgut legalisieren und in aller Ruhe weiter expandieren", zitiert der Autor Tomás Zayas von der Asagrapa, dem Verband der Landwirte im Bezirk Alto Paraná. Paraguays Kleinbauern befürchteten, dass sich mit der Legalisierung die Kontaminierung ihres traditionellen Saatguts durch genmanipuliertes beschleunigt und sie ungewollt in die Abhängigkeit der Saatgutfirmen geraten. "Genmanipulierter Mais kann im Gegensatz zu gentechnisch verändertem Soja oder Weizen nicht wieder als Saatgut verwendet werden", stellt die taz fest.

Protest meldete auch der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Thilo Hoppe, an. Die Ende Juni "unter sehr zweifelhaften Umständen an die Macht gekommene Regierung in Paraguay" zeige heute ihr wahres Gesicht. "De-facto-Präsident Franco hat jetzt angekündigt, genmanipuliertes Saatgut für Mais und Baumwolle mit sofortiger Wirkung per Dekret zuzulassen – an allen Umweltgesetzen und vorgeschriebenen Prüfverfahren vorbei", erklärte Hoppe während einer Dienstreise in Paraguay.

Monsanto sei "hocherfreut und die gesamte Agrarlobby jubelt". Organisationen der Kleinbäuerinnen und -bauern, der Indigenen, Umweltverbände sowie der ehemalige Umweltminister des abgesetzten Präsidenten Fernando Lugo, Oscar Rivas, kündigten indes Proteste und rechtliche Schritte an, schreibt Hoppe aus Paraguay. Zugleich warf er dem De-facto-Präsidenten Franco vor, mit der Gen-Saat-Zulassung per Dekret Verfassungsbruch zu begehen.

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