Gedenkfeier für Tote des Falsos-Positivos-Skandal

Soacha/Kolumbien. Am vergangenen Sonntag hat die Initiative "Mütter von Soacha" den Toten im Skandal um die sogenannten "falsos positivos" gedacht. Im Rahmen einer Gedenkfeier, die von Künstlern, Studenten und mehreren NGOs begleitet wurde, hat die Organisation rund um die Mütter der Opfer an die noch fehlende juristische Aufarbeitung der Morde erinnert. Im Jahr 2008 war bekannt geworden, dass das kolumbianische Militär 19 Jugendliche aus der Region Soacha nahe der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá "verschwinden ließ" und getötet hatte.

Die Opfer wurden den Behörden und Angehörigen als im Kampf getötete Guerilleros präsentiert. Die Soldaten und ihre Vorgesetzten hatten dafür Vergünstigungen in Form von Geldprämien und Urlaubstagen erhalten. Das Vorgehen des Militärs in Soacha ist kein Einzelfall. Die "Madres de Soacha" und weitere Organisationen gehen davon aus, dass weit mehr als 2.000 Menschen dieser Praxis zum Opfer fielen und vom Militär als "gefälschte Belege" für Erfolge in der Aufstandsbekämpfung verkauft wurden.

Im Frühjahr 2012 wurden die Verantwortlichen für die Morde an drei jungen Männern zu Haftstrafen zwischen 35 und 60 Jahren verurteilt. Die Soacha-Mütter wollen sich an internationale Rechtsinstitutionen wenden, sollte es nicht zu einer Verurteilung der restlichen Verantwortlichen kommen.

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