Garzón: Assange kann nicht in Botschaft bleiben

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Baltasar Garzón
Baltasar Garzón

London/Brasília. Dem Wikileaks-Gründer Julian Assange "geht es gut, aber die Situation verschlechtert sich mit jedem Moment". Dies sagte der ehemalige spanische Richter Baltazar Garzón am vergangenen Samstag gegenüber Medienvertretern in Brasilien. Assange befindet sich seit Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er ein "Zimmer von reduzierten Dimensionen" bewohnt. Sollte sich sein Aufenthalt unter diesen Bedingungen verlängern, müsse man mit schwerwiegenden medizinischen und psychischen Problemen rechnen, betonte Garzón von Brasilia aus.

Mit dieser Aussage will Assanges Strafverteidiger Garzón vermutlich Druck auf die britische Regierung ausüben, bei der er wiederholt einen Passierschein für den Australier beantragt hatte. Assange möchte nach Ecuador ausreisen, nachdem ihm Präsident Rafael Correa im vergangenen August das Asylrecht zugesagt hatte. Großbritannien hatte den Passierschein bisher verweigert. Garzón fürchtet eine Verhaftung von Assange, hat jedoch versichert, sein Mandant versuche nicht dem Prozess in Schweden zu entkommen. Dort läuft ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung gegen ihn. Vielmehr wolle Assange seine Auslieferung an die USA verhindern, die ihn wegen Spionage zum Tode verurteilen könnten.

Garzón kündigte außerdem an, dass es "Elemente" gebe, die zeigen, dass die Assange zur Last gelegten Straftaten nicht stattgefunden haben. Schon am 24. Oktober hatte der ecuadorianische Vize-Außenminister Marco Albuja Besorgnis über den Gesundheitszustand von Assange geäußert.

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