Paraguay: NGO-Kommission stellt ungleiche Landverteilung fest

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Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Curuguaty
Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Curuguaty

Asunción. Nach dem Bericht einer internationalen Mission von Nichtregierungsorganisationen (NGO) kontrollieren in Paraguay 2,5 Prozent der Landbesitzer rund 85 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche.

Die internationale Mission hat das südamerikanischen Land im vergangenen Herbst eine Woche lang bereist, um einen unabhängigen Bericht über den eingeschränkten Zugang zu Land zu erstellen. Die Mitglieder der Kommission waren Vertreter von Bauernverbänden sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen, unter anderem der globalen Landreformkampagne der internationalen Bauernbewegung Via Campesina und der Menschenrechtsorganisation FIAN, der internationalen Umweltschutzorganisation Friends of the Earth sowie weiteren lokalen Kleinbauernvereinigungen aus dem Netzwerk von Via Campesina.

Der eingeschränkte Zugang zu Land wird in Paraguay nicht erst seit dem Massaker im Bezirk Curuguaty am 15. Juni 2012 öffentlich thematisiert. Bei der gewaltsamen Räumung eines von Kleinbäuerinnen und -bauern besetzten, privat bewirtschafteten Gebietes im Nordosten des Landes waren 17 Menschen ums Leben gekommen, darunter elf Bauern und sechs Polizisten.

Die Zusammenstöße ereigneten sich auf einem Grundstück von Blas N. Riquelme, zwischenzeitlich verstorbener Großgrundbesitzer und ehemaliger Senator der rechtsgerichteten Colorado-Partei, der das Land 1975 vom damals herrschenden Diktator Alfredo Stroessner erhalten hatte. Über die Rechtmäßigkeit der Grundübertragung wird nach wie vor eine juristische Auseinandersetzung geführt.

Das Massaker vom Juni vergangenen Jahres gilt vorgeblich als Anlass für den parlamentarischen Putsch gegen den damaligen Präsidenten Fernando Lugo durch den bisherigen Vizepräsidenten Frederico Franco.

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