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05.09.2010 Costa Rica / Soziales / Wirtschaft

Agrar-Exporte stoßen an ihre Grenze

Kritik an Monokulturen. Ananas-Anbau zerstört Umwelt und kleinbäuerliche Wirtschaft
Agrar-Exporte stoßen an ihre Grenze
Quelle: Anton Maurer
Lizenz: CC

San José. Nach Einschätzung des Verbandes der Ananas-Hersteller in Costa Rica (CANAPEP) ist die ständige Ausweitung der Ananasfelder an ihre Grenze gestoßen. "Das Potential der Böden für den Anbau von Ananas ist gesättigt und wenn wir von den Häfen entferntere Ländereien erschließen, würde das die Herstellungskosten für den Transport von Waren erhöhen", erklärte Abel Chaves, Präsident des Verbandes Ende August vor der Presse. Die beliebte Südfrucht belegt in dem kleinen mittelamerikanischen Land inzwischen 42.000 ha. Mehr als die Hälfte der Ananas-Exporte geht nach Europa, der Rest in die USA und nach Kanada.

Die Ananas ist neben Bananen das wichtigste Exportgut aus Costa Rica. In den vergangenen Jahrzehnten erschlossen die wichtigsten internationalen Fruchthersteller immer neue Flächen - auf Kosten der Umwelt und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Die ehemals selbständige Landbevölkerung wird inzwischen von den Multis beschäftigt. Alleine im Ananas-Anbau arbeiten nach Angaben des CANAPEP über 27.000 Menschen - zumeist ohne gewerkschaftlichen Schutz und unter katastrophalen Gesundheitsbedingungen, wie Anton Maurer in einem Hintergrundbeitrag für amerika21.de aus Costa Rica berichtet.

Die Ausbreitung der Monokulturen und der Agrarindustrie ist die stärkste Bedrohung für die Landrechte der bäuerlichen und indigenen Gemeinden auf dem Kontinent. Dies erklärten erst vor wenigen Wochen Aktivisten aus ganz Lateinamerika auf dem IV. Sozialforum Lateinamerikas in Paraguay. Die Zerstörung der Biodiversität und der Verlust der Ernährungssouveränität der lokalen Bevölkerungen verstärkten die internationale Lebensmittelkrise. Thema war auch dort der Fall Costa-Rica: "Die Ananas ist die größte Monokultur, in den letzten 20 Jahren hat die Ernte um 7.600 Prozent zugenommen, mit großen Kosten für die Gemeinden und viel Gewinn für transnationale Konzerne", so Gustavo Oreamuno von der Vereinigung der Volksinitiativen Dito.

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