DruckversionEinem Freund senden

Kein Dialog zwischen CONAIE und Regierung

Indigenenorganisation will weiter Druck für zweisprachige Erziehung und Umsetzung in der Verfassung verankerter indigener Rechte machen
CONAIE-Aktivisten in Ecuador

CONAIE-Aktivisten in Ecuador

Quelle: Dovovan & Scott/ http://en.wikipedia.org/wiki/File:Quito_March_Bandera_CONAIE_2.JPG
Lizenz: cc

Puyo, Ecuador. Vertreter der größten indigenen Organisation Ecuadors, CONAIE, haben bei einem Treffen in der Stadt Puyo beschlossen, den Dialog mit der Regierung von Präsident Rafael Correa weiter auszusetzen.

Auf dem Treffen wurden zugleich Proteste gegen das neue Bildungsgesetz beschlossen. Zwischen der Regierung und indigenen Gruppierungen gibt es seit geraumer Zeit Spannungen wegen der schleppenden Umsetzung des bereits 1998 in der Verfassung verankerten Rechtes auf zweisprachige Erziehung in der spanischen Sprache und dem indigenen Quichua.

Luis Contento von der Organisation ECUARUNARI warf der Regierung Correa vor, keine Garantien für eine solche zweisprachige Erziehung zu geben. Stattdessen würde die Politik vorhergehender Regierungen fortgeführt: "Deshalb schlagen wir vor, mit der Schaffung eines plurinationalen Staates fortzufahren, der auf drei Achsen beruht: Plurikulturalität, kollektive Rechte und die Verteidigung der Naturressourcen", so Contento.

Das unter Dringlichkeit einberufene Treffen in Puyo war auch von Bedeutung, weil die Regierungsinstitution "Sekretariat der Völker" zuletzt vehement den Kontakt zu Basisgemeinden gesucht hat. Marlon Santi, der Vorsitzende der CONAIE, warf der Regierung daraufhin vor, die Einheit der indigenen Bewegung brechen zu wollen.

Ihm sei bekannt, dass es Organisationen und Gruppierungen gebe, die an einem Dialog mit der Regierung interessiert sind, so Santi. So sei der Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel mit Vertretern der Regierung in der Absicht zusammengekommen, als Vermittler in den Konflikt einzugreifen und die seit Oktober 2009 bestehende Funkstille zu beenden.

Die indigenen Vertreter haben sich indes auf drei Punkte als Voraussetzung der Wiederaufnahme von Gesprächen geeinigt. Zum einen ist dies die Rücknahme von Bestimmungen gegenüber indigenen Institutionen, mit denen Autonomie und zweisprachigen Erziehung eingeschränkt werden. Gefordert wird zudem die Rücknahme der Gesetze zum Bergbau, zur Ausbeutung von Energieträgern und zur Ernährungssouveränität.

Weiterhin forderten die indigenen Organisationen, 72 Vorladungen und Urteile wegen "Terrorismus" und "Sabotage gegen Regierungsinteressen" fallen zu lassen. "Wenn die Regierung in Dialog treten will, gibt es viele Dinge, die zuerst versucht werden müssen und es sollten die Wunden geheilt werden, die den indigenen Organisationen zugefügt wurden", betonte der Präsident von ECUARUNARI, Delfín Tenesaca.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...