Venezuela: Maßnahmen zum Schutz der Ökonomie

Chávez ordnet die Rückführung der venezolanischen Goldreserven aus den USA und Europa an

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Goldbarren, hier aus Panama
Goldbarren, hier aus Panama: Ziehen auch andere Staaten der Region ihre Reserven ab?

Caracas. Während eines Telefonats mit der Sendung Contragolpe des staatlichen Fernsehkanals VTV hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez angekündigt, das Goldvermögen Venezuelas aus dem Ausland abzuziehen und bei der Venezolanischen Zentralbank anzulegen. Nach Angaben des Staatschefs sind von den 29,9 Milliarden US-Dollar internationaler Reserven des Landes 18,226 Milliarden in Gold angelegt. Diese Reserven seien derzeit bei Finanzinstituten unter anderem in den USA, Frankreich und Kanada deponiert, "die durch die Wirtschaftskrise des Imperialismus' in Europa und USA" gefährdet seien.

Die venezolanische Regierung wolle außerdem die Gold-Förderung nationalisieren. Die Ausbeutung entsprechender Reserven in Guayana würde vorangetrieben, um das Edelmetall bei der eigenen Zentralbank zu deponieren. Dieses Vermögen solle dann auch in die Initiativen des südamerikanischen Regionalbündnisses Unasur, wie die Bank des Südens oder einen regionalen Reservefond, einbezogen werden. Chávez bekräftigte, dass die Entscheidung zur Nationalisierung des Goldes ebenfalls das Ziel habe, die venezolanische Wirtschaft zu schützen.

"Ungefähr 600 Milliarden Dollar der Reserven der Unasur-Länder liegen bei den Banken des Nordens. Bis wann werden wir Länder des Südens die Entwicklung des Nordens finanzieren? Genau das ist der ökonomische Imperialismus. Die Stunde ist gekommen. Es reicht!", sagte der Staatschef in dem Fernsehprogramm. Die eigenen Goldbarren würden demnächst aus dem Ausland zur Venezolanischen Zentralbank zurückgebracht werden. Außerdem würden Möglichkeiten geprüft, die Einlagen bei brasilianischen, russischen oder chinesischen Banken aufzustocken. "Wir haben lange gezögert, aber jetzt ist der Moment gekommen", so Chávez weiter: "Überall brechen Ökonomien und Banken zusammen. Man muss sehen, wie es um die Ökonomien von China, Russland und Brasilien steht, wie solide sie sind." Abgesehen davon brächten die Goldreserven in den französischen Banken oder in London nichts ein: "Sie zahlen nicht mal Zinsen, aber sie benutzen diese Reserven, um sie anderen Ländern zu leihen und ihnen Zinsen zu berechnen."

Der Präsident der Venezolanischen Zentralbank, Nelson Merentes, erklärte indes, dass aufgrund politischer Entscheidungen der Vorgängerregierungen in den 1980er und 1990er Jahren sowie auf Anweisungen des Internationalen Währungsfonds begonnen worden war, die Goldreserven Venezuelas außer Landes zu schaffen. Dem Land habe dies gar nichts gebracht. Um Venezuela gegen die internationale Wirtschaftskrise zu wappnen, "übernehmen wir jetzt die Verantwortung, diese Goldreserve zu schützen", so Merentes. Der Vorschlag sei einfach: Das Gold, das in der Vergangenheit außer Landes gebracht wurde, "wird uns zurückgegeben, um es hier in die Tresore zu legen."

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