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Menschenrechte in Honduras in den Fokus gerückt

Strategien zur Abwehr der Konflikte in Bajo Aguán auf internationalen Treffen diskutiert. Soldaten drohen Journalisten bei Kontrolle
Gedenken an die Opfer der Konflikte in Bajo Aguán

Gedenken an die Opfer der Konflikte in Bajo Aguán

Quelle: Giorgio Trucchi

Tocoa, Honduras. Beim internationalen Menschenrechtstreffen in Solidarität mit Honduras haben sich am vergangenen Wochenende über 1.200 Vertreter von nationalen und internationalen Organisationen ausgetauscht. Ziel war es, an drei Tagen auf die gravierende Menschenrechtssituation in dem zentralamerikanischen Land und speziell in der Region Bajo Aguán aufmerksam zu machen sowie gemeinsame Strategien gegen die Repression und Verfolgung von sozialen Aktivisten zu entwickeln.

Nachdem das Treffen am Freitag durch mehrere Begrüßungsreden unter anderem von Ex-Präsident Manuel Zelaya eröffnet worden war, ging es am Samstag im Anschluss an eine Gedenkzeremonie für die 56 ermordeten Kleinbauern vor allem um den Austausch von Erfahrungen der Opfer von Übergriffen und Aggressionen durch private und staatliche Sicherheitskräfte. Anschließend wurde in Arbeitsgruppen nach gemeinsamen Strategien gesucht, um gegen die vorherrschende Gewalt und Straflosigkeit vorzugehen und die Situation der Kleinbauern in der Region zu verbessern.

In einer gemeinsamen Erklärung drückten die Teilnehmer am Sonntag erneut ihre tiefe Besorgnis über die aktuelle Situation in Honduras aus und bekräftigten ihre Solidarität mit den Kleinbauernorganisationen vor Ort. Begleitet wurde das Treffen durch ein kulturelles Abendprogramm, an dem mehrere nationale und internationale Künstler und Gruppen, unter anderem die Sängerin Karla Lara und die kubanischen Liedermacher Lázaro García und Vicente Feliú teilnahmen. Im Vorfeld des Treffens wurden Aktivitäten in den Dörfern der Region organisiert. So gab es Workshops und Schulungen zu Frauenrechten, Kommunikationstechnologien und Aktivitäten mit den Kindern der Dörfer.

Eine Delegation nationaler und internationaler Journalisten und Menschenrechtsaktivisten besuchte am Sonntagnachmittag Rigores und Marañones, zwei der momentan am stärksten von Drohungen und Aggressionen betroffenen Dörfer. Auf dem Weg dorthin wurde die Delegation, die mit mehreren Wagen unterwegs war, bei einer Militärkontrolle gestoppt. Mehrere lokale Aktivisten, die die Delegation begleiteten, wurden festgehalten und an der Weiterfahrt gehindert. Anwesenden Journalisten, die die Situation dokumentierten, wurde von den Soldaten gedroht, ihre Kameras zu konfiszieren. Die Soldaten hatten zuvor ihre Namensschilder und die Kennzeichen ihres Bataillons von den Uniformen entfernt.

Zu dem Treffen hatte das von den lokalen Kleinbauernorganisationen geleitete Menschenrechtszentrum und zahlreiche soziale Organisationen aufgerufen. Während des Treffens hielten sich staatliche und private Sicherheitskräfte zurück. Auf deren Konto gehen ein Großteil der begangenen Menschenrechtsverletzungen. Die in der Region übliche starke Polizei- und Militärpräsenz war – abgesehen von der Militärkontrolle am Sonntag – kaum sichtbar.

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