Venezuela vorne, Mexiko hinten

Jahresbericht der UNO-Wirtschaftskommission CEPAL zeigt Trends in der Region auf

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Venezuela vorne, Mexiko hinten
Bestätigen die Linke: Zahlen der CEPAL für 2007 und 2008

Santiago de Chile. Die UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, CEPAL, hat in ihrem jährlichen Bericht eine positive Bilanz für die Region gezogen. Auch die Prognose für das Jahr 2008 sehen die Wissenschaftler der CEPAL positiv. Zugleich unterstützen die Zahlen zu einzelnen Staaten die Position der linken Regierungen, die eine Abkehr von neoliberalen Mechanismen fordern. Denn während Venezuela zu den Gewinnern zählt, gehört das politisch und wirtschaftlich eng an die USA gebundene Mexiko zu den Schlusslichtern.

Das Wachstum in Venezuela wird bis zum Ende dieses Jahres 8,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) betragen, heißt es in dem »Wirtschaftspanorama«, das die CEPAL alljährlich vorstellt. Damit lege Caracas im vierten Jahr in Folge zu. Einen Grund für die Expansion sehen die Autoren der Studie, die in der vergangenen Woche in Santiago de Chile vorgestellt wurde, wenig überraschend in dem hohen Preis für Erdöl auf dem Weltmarkt. Dadurch sei auch im kommenden Jahr ein Zuwachs in Höhe von sechs Prozent des BIP zu erwarten.

Die Inflation betrage in Venezuela in gleichen Zeitraum 15 Prozent. Sie liegt damit drei Prozentpunkt über der von Caracas anvisierten 12-Punkte-Grenze. Als Grund dafür nennt der CEPAL-Bericht die Politik der öffentlichen Hand. Deren Ausgaben seien im zu Ende gehenden Jahr um 37 Prozent gestiegen. Die Regierung in Caracas investiert weiterhin vor allem in Infrastruktur- und Sozialprogramme.

Schlusslicht auf dem Kontinent ist hingegen Mexiko. Der nördlichste Staat Lateinamerikas war 1994 dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) beigetreten. Die Folgen werden nun erneut deutlich: Die Krise der US-Wirtschaft zieht auch die mexikanischen Bilanzen nach unten. Lediglich ein Wachstum von 3,3 Prozent sei in 2007 zu erwarten, ähnliche Zahlen prognostiziert die CEPAL für das Folgejahr. Bedingt sei die schlechte Bilanz dadurch, dass die US-Wirtschaft die verarbeitende Industrie Mexikos in der Wirtschaftsflaute nicht benötige. Weil zugleich aber die Exporte aus den USA im NAFTA-Raum auf hohem Niveau stabil blieben, schließe die Handelsbilanz Mexikos mit einen Jahresdefizit von 18 Milliarden US-Dollar.


Die Internetseite der CEPAL finden Sie hier.

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