Zusammenarbeit zwischen Venezuela und Iran

Chávez und Ahmadinedschad verabreden Technologie-Transfer. Unterstützung für den Iran im Atomstreit. Iran investiert auch in Bolivien.

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Anti-Imperialistische Industriekooperation
Abkommen 168, 169 und 170

Caracas. Beim Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad in Venezuela am vergangenen Donnerstag betonten die beiden Staatspräsidenten die Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes gegen den US-Imperialismus. "Das venezolanische und das iranische Volk und ihre Führer haben eine große Verantwortung in der internationalen Politik", erklärte Ahmadinedschad, "gemeinsam werden wir unsere Macht multiplizieren, so dass uns niemand besiegen kann". Auch Chávez betonte die wichtigste Gemeinsamkeit der beiden innenpolitisch so unterschiedlichen Länder und nannte den iranischen Präsidenten einen "großen anti-imperialistischen Kämpfer".

Die beiden Staatschefs haben in den vergangenen Jahren bedeutende Anstrengungen unternommen, um die Kooperation der beiden Länder zu stärken. Seit Ahmadinedschad 2005 gewählt wurde gab es sowohl in Venezuela als auch im Iran ingesamt sechs Treffen, bei denen Wirtschafts- und Energieabkommen mit einem Volumen von 17 Mrd Dollar unterzeichnet wurden. In den meisten Fällen ging es dabei um gemeinsame Industrieprojekte im Bereich der Petrochemie, des Fahrzeugbaus und der Ölraffinierung.

Diesmal wurde der Bau von neun Mais-Fabriken mit iranischer Technologie in Venzuela verabredet. Das Projekt ist Teiln der aktuellen venezolanischen Initiative, die inländische Produktion von Mais und Maismehl zu erhöhen. Die Fabriken werden in den Maisanbaugebieten errichtet und von den umliegenden Gemeinden betrieben, wobei 800 direkte und über 4000 indirekte Arbeitsplätze enstehen sollen. Ein weiteres Abkommen zwischen dem iranischen Unternehmen Behsazin und dem venezolanischen Ministerium für kommunale Ökononomie betrifft die Errichtung einer Anlage zur Produktion von Automobil-Teilen im Bundesstaat Carabobo. Schließlich wurde ein gemeinsames petrochemisches Projekt zum Bau von zwei Methanol-Fabriken vereinbart, von denen je eine in Venezuela und eine im Iran enstehen soll. Damit ist die Zahl der zwischen beiden Ländern abgeschlossenen Abkommen auf insgesamt 170 angestiegen.

Auch der Atomstreit zwischen dem Iran und der NATO war Thema der Unterredung. Die iranische Seite gab bekannt, dass der venezolanische Präsident den "friedlichen Gebrauch von Atomkraft" im Iran unterstütze. Chávez hatte bereits früher bei vielen Gelegenheiten betont, dass alle Länder einschließlich Venezuela das Recht hätten, Nukleartechnologie zu friedlichen Zwecken zu nutzen.

Die jüdische Gemeinschaft in Venezuela erklärte am Mittwochabend ihre Ablehnung des Aufenthalts von Ahmadinedschad in Venezuela, da dieser mehrmals für die Vernichtung des Staates Israel eingetreten war und den Holocaust an den europäischen Juden leugnet.

Vor seinem Aufenthalt in Venezuela hatte Ahmadinedschad Bolivien besucht dem Präsidenten Evo Morales in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar zur Erschließung seiner Energiereserven und Rohstoffe versprochen.


Quelle: Venezuelaanalysis.com

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