ALBA-Staaten beschließen Maßnahmen gegen Krise

Am Mittwoch beschlossen die Staaten des alternativen Staatenbündnisses eine gemeinsame Währungspolitik

Caracas. Auf ihrem Treffen in Caracas vereinbarten die Staaten des alternativen, lateinamerikanischen Staatenbündnisses ALBA, eine eigene Währungszone mit einer gemeinsamen Währung anzustreben. Mit der Währung "Sucre" soll ein Weg eingeschlagen werden, eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Finanzmärkten zu erreichen. Der Vorschlag für eine gemeinsame Wirtschaftszone entsteht auch vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise: Wichtigstes Ziel soll es sein, die Mitgliedsstaaten des Bündnisses vor Krisen und ihren Folgen zu schützen. In diesem Rahmen soll auch ein gemeinsamer Fonds für die Stabilisierung der Geldreserven eingerichtet werden. Damit könne langfristig eine kontinuierliche Investitionspolitik gewährleistet werden. Venezuela wird mindestens 500 Millionen US-Dollar zu dem Fonds beisteuern.

Die Teilnehmer einigten sich weiterhin darauf, dass die begonnen Projekte, wie die Alfabetisierungskampagnen in Bolivien und Nicaragua, fortgesetzt werden. Um die Vorschläge umzusetzen wird eine Arbeitsgruppe benannt, die in den jeweiligen Ländern auf präsidialer Ebene angebunden sind. Mit der bisherigen Entwicklung des Bündnisses zeigten sich die Staatschefs zufrieden. Die Beziehungen befänden sich auf einem ausgezeichneten Niveau. Dies sei nur bei einer lateinamerikanischen Integration auf der Grundlage von Freiheit und Gleichberechtigung möglich. In der Eröffnungrede hatte der venezolanische Präsident Hugo Chávez festgestellt, dass das Bündnis für die Beitrittsländer die Möglichkeiten verbessert habe, auf weltweite Krisen zu reagieren. Dem 2004 gegründeten Bündnis gehören inzwischen Bolivien, die Insel Dominica, Honduras, Kuba, Nicaragua und Venezuela an. Ecuador nahm an dem III. außerordentlichen ALBA-Gipfeltreffen als Beobachter teil.

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