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22.09.2008 Russland / Venezuela

Manöver im "Hinterhof"

Russische und venezolanische Marine vor gemeinsamer Übung in der Karibik
Manöver im "Hinterhof"

Raketenkreuzer "Peter der Große"

Moskau/Caracas. Russische Kriegsschiffe haben am Montag die Arktis verlassen, um nach Venezuela zu fahren. Gemeinsam mit venezolanischen Marineverbänden werden sie im November ein Manöver in der Karibik durchführen. Der Vorstoß der russischen Truppen in die Nähe der US-Grenzen ist ein Novum seit Ende des Kalten Krieges.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf den russischen Marinesprecher Igor Digalo am Montag, dass zu dem Truppenverband auch der atomgesteuerte Raketenkreuzer "Pjotr Weliki" (Alexander der Große) gehört. Es ist das größte Kriegsschiff dieser Klasse in der russischen Marine. Die "Pjotr Weliki" kann bis zu 500 Raketen abschießen. Ebenso wird der U-Boot-Zerstörer "Admiral Tschbanenko" an der Militärübung mit Venezuela teilnehmen. Die genaue Anzahl der Schiffe nannte Digalo nicht. Er verwies lediglich darauf, dass der Verband 15.000 Seemeilen (knapp 27.800 Kilometer) zurücklegen müsse.

Seite dem Ende des Kalten Krieges hat es kein derartiges Manöver der russischen Streitkräfte im unmittelbaren Einflussbereich der USA gegeben. Zwar waren russische Truppen bis Mitte der 1990er Jahre in Kuba stationiert, sie wurden unter der Regierung von Boris Jelzin jedoch abgezogen. Die Rückkehr der Russen auf den amerikanischen Kontinent wird von Beobachtern in unmittelbarem Zusammenhang mit der Krise im Kaukasus und dem militärischen Vorstoß der USA nach Osteuropa gesehen. Vor dem Auslaufen der Kriegsschiffe der russischen Nordmeerflotte hatten mit Einverständnis von Caracas zwei russische Landstreckenbomber vor Venezuela patrouilliert.

Mitte dieser Woche wird der Präsident dieses südamerikanischen Landes, Hugo Chávez, in Moskau erwartet. Vor seiner Abreise bekräftigte er in einem TV-Interview die Notwendigkeit eines "strategischen Bündnisses" sowohl mit China als auch mit Russland. Dies sei angesichts der US-amerikanischen Dominanz "nicht nur für Venezuela, sondern für ganz Lateinamerika von großer Bedeutung".


Quellen: Nachrichtenagenturen

Bildquelle: RIA Nowosti

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