Buenos Aires. Der Widerstand der öffentlichen Universitäten gegen die Hochschulpolitik der Regierung von Javier Milei geht weiter. Nachdem die Regierung eine von einem Bundesgericht gesetzte Frist zur Begleichung der ausstehenden Zahlungen ignoriert hat, riefen die Gewerkschaften des Lehr- und Verwaltungspersonals zu einem dreitägigen Streik auf. Ihre Hauptforderung ist eine Gehaltsanpassung von 33,4 Prozent und die sofortige Umsetzung des vor knapp einem Jahr verabschiedeten Hochschulfinanzierungsgesetzes, das eine Erhöhung der Universitätsbudgets gemäß der Inflationsrate und die Wiederaufnahme von Stipendienprogrammen für Studierende vorsieht.
An dem Streik beteiligten sich die Universität von Buenos Aires (UBA) und andere Hochschulen des Landes. Zu dem Streik hatten unter anderem die beiden größten Hochschuldozentenverbände Conadu und Conadu Histórica sowie weitere Gewerkschaften wie der Verband der Beschäftigten an nationalen Universitäten (Fatum) und die Gewerkschaft der Bildungsbeschäftigten (UTE) aufgerufen.
Pablo Perazzi, der Generalsekretär der Dozentengewerkschaft der UBA (Feduba), sagte Página 12 gegenüber, dass die Regierung das Hochschulfinanzierungsgesetz nicht umsetzen werde. Auch seine Kollegin Laura Carboni, Generalsekretärin der Dozentengewerkschaft AGD-UBA, sagte der Nachrichtenagentur Noticias Argentinas, dass man "keine Erwartungen" an die Regierung Milei habe. Carboni fügte hinzu: "Wenn sich die Regierung nicht an die Anordnung hält, fallen Strafgelder an."
Der Antrag des Ministeriums für Humankapital auf Aufhebung der gerichtlichen Anordnung stützt sich auf die bei den jüngsten Tarifverhandlungen mit dem Nationalen Interuniversitären Rat (CIN) erzielte Einigung. Die darin vereinbarte Gehaltserhöhung bleibt jedoch hinter der gesetzlich vorgesehenen Anpassung an die Inflationsrate zurück. Von Dezember 2023 bis Juni 2026 summierte sich die Inflation auf rund 312 Prozent.
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Im Rahmen der Protestaktionen öffnete die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der UBA ihre Türen für die Öffentlichkeit. Angeboten wurden unter anderem Tipps zur Betrugsprävention und Schuldenregulierung. An der Medizinischen Fakultät fand eine "Umarmungsaktion" statt. Der dreitägige Streik gilt als Vorbote des für den 15. Oktober geplanten fünften Bundeshochschulmarschs.
Zugleich zeigen neuere Hochschulrankings, dass die Unterfinanzierung durch die Regierung Milei nicht ohne Folgen bleibt. Im von der Agentur Quacquarelli Symonds erstellten "QS World University Ranking: Lateinamerika und die Karibik" verloren 17 argentinische Universitäten an Boden. Nur die beiden bestplatzierten argentinischen Hochschulen, die UBA auf Platz Zehn und die Universidad Nacional de La Plata auf Platz 21, konnte ihre Positionen behaupteten. Renommierte Hochschulen wie die Universidad Nacional de Rosario, die Universidad Nacional del Litoral in Santa Fe und die Universidad Nacional de Mar del Plata verloren.
Die Gründe dafür werden in "Haushaltskürzungen und anhaltender Schwäche bei der Forschungsleistung" gesehen. Laut Ben Sowter, Senior Vice-President von QS, werden die "Aufrechterhaltung der Forschungskapazitäten, die Bindung von Talenten und die akademische Wettbewerbsfähigkeit" entscheidend sein, um die "langfristigen Stärken des argentinischen Hochschulwesens zu bewahren". Sowter kritisiert, dass die öffentlichen Universitäten seit 2023 "reale Budgetkürzungen" verzeichnen. Diese "beeinträchtigen Gehälter, Forschung und die Bindung akademischer Talente".
Argentinien ist mit 46 Universitäten im QS-Ranking vertreten. Damit belegt das Land nach Anzahl der vertretenen Hochschulen den vierten Platz – hinter Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Insgesamt werden 517 Einrichtungen aus 27 Ländern gerankt.

