Angriff der USA auf Venezuela spaltet Lateinamerika

Linke Regierungen verurteilen die Intervention. Rechte Regierungen signalisieren Zustimmung. Viele Migranten in der Region hoffen auf Rückkehr.

Der militärische Angriff der USA auf Venezuela bestimmt die Nachrichtenlage in Lateinamerika. Die Reaktionen der Regierungen in der Region fallen je nach politischer Ausrichtung unterschiedlich aus, bewegen sich zwischen mehr oder weniger offener Zustimmung auf der einen und Verurteilung und wachsender Sorge auf der anderen Seite.

So wächst mancherorts die Befürchtung, selbst ins Visier der US-Regierung zu geraten. Drohungen, die der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro vorausgingen, sind auch in Kolumbien und Kuba allgegenwärtig (amerika21 berichtete). Sowohl Maduro als auch der kolumbianische Präsident Gustavo Petro werden von Washington beschuldigt, in den internationalen Drogenhandel verstrickt zu sein und damit eine "Bedrohung" für die Sicherheitslage der USA darzustellen. Der Kampf gegen Drogen dient dabei als Legitimationsrahmen für eine imperiale Politik, die vielmehr auf geopolitische Kontrolle und den Zugriff auf strategische Ressourcen "in unserem Hinterhof" abzielt, wie US-Politiker dieser Tage unverblümt zugaben.

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Die linken und Mitte-links Regierungen Kolumbiens, Mexikos, Chiles und Brasiliens verurteilten die US-Intervention in Venezuela geschlossen als Bruch des Völkerrechts. Mexiko sprach von einer Verletzung der Grundprinzipien der UN-Charta und fordert im Einklang mit seiner traditionell pazifistischen Außenpolitik, "jegliche Aggressionshandlungen gegen die Regierung und das Volk Venezuelas zu unterlassen" (amerika21 berichtete). Angesichts neuer Drohgebärden aus Washington ist die Sorge um die eigene Souveränität allgegenwärtig.

"Heute ist es Venezuela, morgen kann es jeder andere Staat sein", mahnte auch Chiles Präsident Gabriel Boric. Dialog, Diplomatie und multilaterale Mechanismen müssten im Zentrum der Konfliktlösung stehen, nicht militärische Gewalt von außen. Der Respekt vor der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten bilde eine rote Linie, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfe.

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