Einigung über Mindestlohn in Nicaragua

ampliacion-empresa-textil-zona-franca-nicaragua-4.jpg

Arbeiterin in einer Textilfabrik in dem Unternehmen Istmo Textil Nicaragua in einer Zona Franca. Hier arbeiten gut 2.000 Menschen
Arbeiterin in einer Textilfabrik in dem Unternehmen Istmo Textil Nicaragua in einer Zona Franca. Hier arbeiten gut 2.000 Menschen

Managua. Nach zähen Verhandlungen haben sich Gewerkschaften, Regierung und Arbeitgeber in Nicaragua am 7. März auf eine Erhöhung der Mindestlöhne geeinigt. Für die meisten Branchen wurde für das laufende Jahr eine Erhöhung um zwölf Prozent in zwei Schritten vereinbart, während die schlecht bezahlten Landarbeiter 12,5 Prozent mehr Lohn erhalten sollten. In den sogenannten Zonas Francas, den Exportproduktionszonen des Landes, sollen die Gehälter im Rahmen eines bereits 2010 getroffenen mehrjährigen Abkommens um zehn Prozent erhöht werden. Hier sollen soziale Verbesserungen wie der Verkauf von subventionierten Grundnahrungsmitteln die niedrigeren Lohnerhöhungen ausgleichen. Ebenfalls lediglich um zehn Prozent werden die Gehälter in kleinen und mittleren Unternehmen steigen.

Die Unternehmerseite hatte zuvor kein eigenes Angebot vorgelegt. Vor der Einigung hatte die Gewerkschaftsseite den Arbeitgebern vorgeworfen, die Verhandlungen zu boykottieren, um die Lohnerhöhungen erst später wirksam werden zu lassen. Die Gewerkschaften hatten eine Lohnsteigerung um 18 Prozent gefordert, dann aber die niedrigeren Steigerungsraten akzeptiert. Die Inflation hatte 2012 bei 6,6 Prozent gelegen, für das laufende Jahr ist eine etwas höhere Preissteigerung zu erwarten. Die Lohnerhöhungen gelten rückwirkend ab dem 1. März dieses Jahres bis Ende Februar 2014. Es ist bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem Nicaraguas Regierung den Mindestlohn im Konsens mit Gewerkschaften und Arbeitgebern bestimmt.

Von Arbeitgeberseite wird nun angestrebt, nach dem Vorbild der Zonas Francas ab dem Jahr 2014 Verträge mit mehrjährigen Laufzeiten auszuhandeln. Dadurch solle mehr Planungssicherheit geschaffen werden. Bisher haben die Gewerkschaften an halbjährlichen Verhandlungen festgehalten und sich damit durchsetzen können.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr