Uruguay / Politik

Uruguay: Senat beschließt geschlechtsneutrales Ehe-Recht

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Blick in den Senat von Uruguay
Blick in den Senat von Uruguay

Montevideo. Die zweite Kammer des uruguayischen Parlaments hat am Dienstag das Gesetz über Gleichstellung bei der Ehe angenommen. Mit dem Gesetz werden alle zivilrechtlichen Regelungen, welche die Eheschließung betreffen, geschlechtsneutral formuliert. Begriffe wie Ehemann und Ehefrau sollen aus dem Eherecht verschwinden. Mit Inkraftreten der neuen Regelung wären Verbindungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gesetzlich verankert. Für das Gesetz stimmten 23 Senatoren sowohl aus dem Regierungslager als auch aus der Opposition. Die Mitglieder der Regierungskoalition "Frente Amplio" unterstützten den Vorschlag einstimmig. Acht Senatoren votierten gegen das Gesetz.

Um endgültig in Kraft zu treten, ist nun eine letzte Abstimmung im Abgeordnetenhaus des kleinen südamerikanischen Landes nötig. Dort war die Initiative zur Legalisierung und Gleichstellung homosexueller Partnerschaften bereits am 12. Dezember des vergangenen Jahres mit 81 gegen sechs Stimmen angenommen worden.

Der uruguayische Präsident José Mujica hatte im vergangenen Jahr mehrere Gesetze vorgeschlagen, die auf starken Widerstand in den konservativen Teilen der Gesellschaft stießen. Im November 2012 legalisierte Uruguay als zweites lateinamerikanisches Land nach Kuba den freiwilligen Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen. Ein weiteres Gesetz zur Legalisierung von Marihuana zog José Mujica zurück, als sich abzeichnete, dass die Initiative keine Mehrheit im Senat erhält.

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