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Regierung Uruguays verstärkt den Kampf gegen die Armut

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Daniel Olesker
Uruguays Minister für soziale Entwicklung, Daniel Olesker

Montevideo. Die Regierung von Präsident José Mujica in Uruguay beginnt noch in diesem Monat mit der Umsetzung des Planes "Sieben Zonen", um Maßnahmen gegen die Armut in besonders betroffenen Gebieten zu verstärken.

Nach einer Zusammenkunft mit Abteilungsleitern des Sozialministeriums am vergangenen Dienstag sagte Uruguays Minister für soziale Entwicklung, Daniel Olesker, mit diesem Plan solle vor allem in den Zonen der hohen Konzentration extremer Armut in den Großstadtregionen Montevideo und Canelones gearbeitet werden. Die Initiative beinhaltet ein verstärktes Eingreifen mit verschiedenen sozialen Maßnahmen zu der Wohnsituation, um intensiver die "härtesten Kerne" der Armut zu beseitigen.

Olesker erläuterte, dass die Regierung sich drängende Projekte vornehme und ihre sozialen Maßnahmen in diesen Zonen verstärken werde. Unter anderem werde eine Betreuung für Kinder von bis zu drei Jahren aufgebaut, damit die Mütter, die in extremer Armut leben, in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Sporteinrichtungen, Straßen, und Beleuchtungen sollen gebaut werden. Zudem soll die Müllbeseitigung verbessert werden. Vorgesehen sei auch eine verstärkte Polizeipräsenz.

Der Minister erinnerte daran, dass die extreme Armut im Jahr 2004 bei 4,7 Prozent lag, was etwa 60.000 Familien entsprach. Heute betrage sie 0,5 Prozent. Diese extreme Armut sei strukturell: In den Armensiedlungen, die in den 60er Jahren entstanden sind, lebten die Menschen zum Teil bereits in der dritten oder vierten Generation.

Olesker verwies darauf, dass die Armut in Uruguay bereits im achten Jahr in Folge reduziert und die extreme Armut auf ein sehr niedriges Niveau gesenkt werden konnte. Im Jahr 2004 betrug die Zahl der Armen noch 39,9 Prozent, 2012 waren es 12,4 Prozent der Bevölkerung. Die Ungleichheit habe sich in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich verringert. Die stetige Verringerung der Armut werde durch die staatliche Politik in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wohnen, Arbeit und Lohn ermöglicht, so Olesker.

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