Marcha Patriótica reicht Beschwerde bei Unasur ein

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Piedad Córdoba bei der Kundgebung vom 9. April
Piedad Córdoba bei der Kundgebung vom 9. April

Bogotá. Die Basisbewegung Marcha Patriótica will eine Beschwerde bei der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) wegen der falschen Anschuldigungen einreichen, das linke Bündnis unterhalte Verbindungen zur FARC-Guerilla. Dies teilte die Sprecherin der Marcha und ehemalige Oppositionssenatorin Piedad Córdoba mit. Sie habe bereits Funktionäre der Unasur getroffen, um die gravierende Situation der linken Bewegung zu schildern. Allein in diesem Jahr seien acht Mitglieder der Marcha ermordet worden, klagte Córdoba. Nun solle ein offizieller Brief eingereicht werden, damit die Unasur in dieser Angelegenheit tätig wird.

Außerdem forderte sie Präsident Juan Manuel Santos auf, seine Position hinsichtlich der genannten Unterstellung zu erklären, denn es seien vor allem Angehörige seiner Regierung, die Beziehungen zwischen Marcha Patriótica und FARC behauptet  hätten. Damit bezog sich die Friedensaktivistin auf die Äußerungen von Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón anlässlich einer von der Marcha organisierten Friedensdemonstration Anfang April. Pinzón hatte gesagt: “Die FARC finanzieren die Marcha Patriótica und haben sich dort eingeschleust. Das haben wir mehrmals wiederholt, deshalb haben die Behörden schon Untersuchungen aufgenommen”.

Seit ihrer Gründung im April 2012 wird die linke Organisation von Politikern und Medien stark stigmatisiert. So deuteten im vergangenen Jahr zwei der renommiertesten Journalisten des Landes in einem Fernseh-Interview mit Córdoba und Andrés Gil, einem weiteren Sprecher der Bewegung, an, die Mobilisierung der Marcha sei von den FARC finanziert. Auf die Zurückweisung von Córdoba und ihre Aufforderung, mit Respekt interviewt zu werden, antwortete einer der beiden Journalisten, dies seien einfach zuverlässige Informationen der Behörden.

Der Kundgebung für den Frieden vom 9. April, zu der die Marcha aufgerufen hatte, schloss sich allerdings Präsident Santos selbst an. Er lud alle Funktionäre seiner Regierung ein, auch auf die Straße zu gehen und lehnte die Kommentare ab, die weiterhin die linke Bewegung mit den FARC in Zusammenhang bringen. "Ich sehe hier keine Guerilla um mich herum", sagte Santos. "Der Präsident muss seine Haltung klar machen und seine Minister auffordern, uns zu respektieren", verlangte Córdoba.

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