Exhumierung eines geheimen Grabes in Bajo Aguán

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Experten aus Guatemala legen das geheime Grab auf der Finca Paso Aguán frei
Experten aus Guatemala legen das geheime Grab auf der Finca Paso Aguán frei

Trujillo. Am vergangenen Donnerstag haben forensische Spezialisten aus Guatemala die Exhumierung eines geheimen Grabes in der Finca Paso Aguán in der nordhonduranischen Krisenregion Bajo Aguán durchgeführt. Bei der Freilegung des Grabes wurde der mutmaßliche Leichnam des Kleinbauern José Antonio López Lara gefunden, welcher seit April 2012 als vermisst gilt. Die Exhumierung wurde von der Menschenrechtsorganisation COFADEH, Familienangehörigen von Verschwundenen in Bajo Aguán und der Bauernorganisation MUCA beantragt und in Zusammenarbeit mit der Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte und dem Bezirksgericht in Trujillo durchgeführt. Die Exhumierung wurde von circa 300 Kleinbauern begleitet. Zur Zeit befindet sich zudem eine Delegation von Botschaftern mehrerer Europäischer Länder in der Region.

Anfang April informierte die Bauernorganisation MUCA über den Fund eines menschlichen Skelettes und die Existenz eines geheimen Grabes auf dem Grundstück der Finca Paso Aguán. Kleinbauern bewachten seit der Bekanntgabe durchgehend den Ort, um eine Vernichtung von Beweisen zu verhindern.

Zur endgültigen Identifizierung und der Feststellung der Todesursache wurde der gefundene Leichnam in die Hauptstadt überführt. Nach ersten Untersuchungen weist das Skelett Brüche am Schädel, des Jochbeins und des Kiefers auf. Außerdem werden noch weitere Knochenbrüche vermutet. Die Verletzungen lassen darauf schließen, dass das Opfer gefoltert wurde.

Im Landkonflikt in der Region Bajo Aguán zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern wurden bisher über 90 Personen ermordet und mindestens fünf weitere gelten als vermisst. Für eine Vielzahl der Morde machen Kleinbauern und Menschenrechtsorganisationen die privaten Sicherheitskräfte der Großgrundbesitzer in der Region verantwortlich und vermuten die Existenz von weiteren geheimen Gräbern in der Zone. Laut Aussagen von Anwohnern bewachten während des Verschwinden von José López ungefähr 30 private Sicherheitskräfte des Großgrundbesitzers Miguel Facussé die Finca. Wie die Ehefrau von Lopez berichtete, wurde dieser bereits vor seinem Verschwinden von Sicherheitskräften der Finca bedroht.

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