Friedensgespräche zu Kolumbien auch in Berlin

Im Zuge der Verhandlungen um ein Ende des Konfliktes in Kolumbien finden auch in Deutschland Treffen statt. Gespräche als Teil der offiziellen Agenda

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Senatorin Gloria Inés Ramírez
Senatorin Gloria Inés Ramírez

Berlin. Im Rahmen der Verhandlungen um ein Ende des Jahrzehnte währenden sozialen und bewaffneten Konfliktes zwischen Guerillaorganisationen und dem kolumbianischen

Staat finden in dieser Woche auch in Berlin Versammlungen statt. Dabei werden Vertreter des kolumbianischen Kongresses mit Kolumbianern zusammenkommen, die in Deutschland leben. Diese Treffen sind Teil der offiziellen Agenda der laufenden Friedensgespräche. Ziel sei es, so heißt es in internen Papieren von kolumbianischer Seite, die amerika21.de vorliegen, "dass die Exilgemeinde an dem Friedensprozess teilhaben kann". Nach den Versammlungen in Berlin werden weitere entsprechende Treffen in London, Brüssel und Barcelona mit jeweils bis zu 200 Bürgern des südamerikanischen Landes stattfinden.

In der sechsköpfigen Delegation aus Kolumbien sind Vertreter mehrerer Parteien präsent. Geleitet wird die Gruppe von Senatspräsident Roy Leonardo Barreras, Mitglied der rechtsgerichteten Sozialen Partei der Nationalen Einheit (Partido de la U) von Ex-Präsident Álvaro Uribe. Weitere Mitglieder sind Gloria Inés Ramírez, Senatorin der linksgerichteten Partei Demokratischer Alternativer Pol, sowie die Abgeordneten des Repräsentantenhauses Juan Carlos Martínez (Partido de la U), Gloria Stella Díaz (Bewegung MIRA), Telésforo Pedraza (Konservative Partei) und Joaquín Camelo (Liberale Partei). Mit dabei sind zudem die Hohe Beraterin für den Frieden, Aussöhnung und die Rechte der Opfer, Ana Teresa Bernal, sowie Gonzálo Sánchez, Direktor des Zentrums für historische Erinnerung.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press erklärte der liberale Abgeordnete Camelo das Ziel der Rundreise. Dieses sei, "mit den Kolumbianern zu reden, die heute als Flüchtlinge leben, mit Opfern der politischen Verfolgung, Opfern der Verfolgung gewalttätiger Gruppen, Vertriebenen".

In Berlin werden neben einer Zusammenkunft mit Vertretern der kolumbianischen Gemeinschaft im Laufe der Woche verschiedene Treffen mit politischen Repräsentanten und Journalisten stattfinden. Geplant ist laut dem Programm unter anderem ein Treffen in der Parlamentarischen Gesellschaft mit Mitgliedern der Deutsch-Südamerikanischen Parlamentariergruppe des Bundestags. Dabei wird es nach Informationen von amerika21.de auch um die Frage gehen, ob die kolumbianischen Rebellenorganisationen FARC und ELN weiterhin auf der EU-Liste terroristischer Gruppierungen stehen sollen.

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