Venezuela / Politik

Null Fehler nach 75 Prozent der Auszählung

Caracas. In Venezuela hat die erste Phase des Vergleichs zwischen Papierbelegen und digitalen Stimmen keine einzige Abweichung bei den Präsidentschaftswahlen vom 14. April ergeben. Darüber informierte am Dienstag der Nationale Wahlrat (CNE) des Landes in einer Presseerklärung. In zehn Tagen zählte der CNE mehr als 1,4 Millionen Stimmen nach. Dies entspricht etwa neun Prozent aller abgegebenen Voten. Damit wurden bisher 75 Prozent der abgegebenen Stimmen überprüft.

Die Nachzählung war nötig geworden, da die im Tisch der demokratischen Einheit (MUD) zusammengeschlossenen Oppositionsparteien den knappen Sieg von Nicolás Maduro nicht anerkennen. Zwar werden 54 Prozent der Wahlurnen bereits am Wahlabend mit den Stimmen der Wahlcomputer verglichen, allerdings hatte der Präsidentschaftskandidat des MUD, Henrique Capriles, der Regierung Wahlbetrug unterstellt und verlangt, dass auch die restlichen 46 Prozent der Urnen ausgezählt werden.

Im Rahmen einer öffentlichen Auszählung wurden nun weitere 3.500 Urnen ausgezählt. An dem Verfahren, das durch Webcams auch live im Internet übertragen wird, beteiligen sich 90 Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen. Durchgeführt wird die Nachzählung von einer Gruppe aus 140 Spezialisten. Darunter befinden sich Informatiker, Statistiker und Rechtsanwälte, die von insgesamt sieben verschiedenen Parteien entsandt wurden. An dem Verfahren beteiligen sich auch die Oppositionsparteien, die nicht im MUD organisiert sind. Henrique Capriles und der MUD lehnen die von ihnen zunächst geforderte Überprüfung ab, da der Nationale Wahlrat einige ihrer nachträglich gestellten Bedingungen als "technisch undurchführbar" zurückwies.

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