Mexiko / Menschenrechte

Mexiko: 26.000 Verschwundene in sechs Jahren

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Cover des Berichtes von Amnesty International Mexiko
Cover des Berichtes von Amnesty International Mexiko

Mexiko-Stadt. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sind in den vergangenen sechs Jahren 26.000 Personen in Mexiko Opfer Verschwindenlassens geworden. Neben kriminellen Banden seien in eine Vielzahl der Fälle staatliche Akteure verwickelt, darunter auch öffentliche Amtsträger. Das systematische Scheitern der Behörden bei der Aufklärung der Fälle schaffe zudem ein "Klima der Toleranz für diese Menschenrechtsverbrechen".

Ein großer Teil der Fälle Verschwindenlassens können in Mexiko aufgrund der Ineffizienz der Behörden bei der Aufklärung der Fälle und der damit verbunden Straflosigkeit stattfinden, heißt es in dem Bericht der mexikanischen Sektion von Amnesty International.

Die Anzahl der entsprechenden Fälle habe in den letzten Jahren parallel zu einem generellen Anstieg von Gewalt- oder Menschenrechtsverbrechen geführt, zu denen auch insgesamt 65.000 registrierte Tötungsdelikte gehören. Auch hier seien staatliche Akteure beteiligt gewesen.

Laut dem AI-Report hat die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto diesbezüglich einige "richtige Schritte unternommen", zum Beispiel durch die Anerkennung der großen Zahl von Fällen des Verschwindenlassens. Ein Geständnis der Mittäterschaft staatlicher Akteure sei bisher jedoch ausgeblieben.

In den vergangen Wochen beschloss die mexikanische Regierung die Aufstellung einer "Sucheinheit für verschwundene Personen", geleitet durch die Generalstaatsanwaltschaft. Insgesamt zwölf Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft sollen sich mit den entsprechenden institutionellen Mitteln der Such nach diesen Personen widmen.

Informationen darüber, in welchem Maße der neuen Behörde Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um bei der Aufklärung der Menschenrechtsverbrechen zu helfen, sind bisher jedoch nicht bekannt.

Zudem empfiehlt Amnesty International der mexikanischen Regierung, neben einer landesweiten Datenbank verschwundener Personen, auch einen gemeinsamen Aktionsplan mit Angehörigen und Familien der Opfer zu schaffen. Diese konnten trotz ihrer emotionalen und psychisch nachvollziehbar schwierigen Situation im Rahmen lokaler Organisationen mehr positiven Wandel bewirken, als die zuständigen Behörden.

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