Studentenbewegung ruft zu weiteren Protestmärschen auf

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Chiles Studenten setzen sich weiter für kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung ein
Chiles Studenten setzen sich weiter für kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung ein

Santiago de Chile. Der Zusammenschluss der chilenischen Studenten (Confech) hat für den 17. Oktober zu neuen Protestmärschen im Kampf um eine umfassende Reform des Bildungssektors aufgerufen. Schwerpunkt der Mobilisierungen soll in der Hauptstadt Santiago liegen. Nach den bisherigen Planungen soll der Demonstrationszug vor die Alameda ziehen, den Sitz der chilenischen Regierung.

Der Sprecher der Confech, Diego Vela, erklärte in einer Pressekonferenz, Ziel der Mobilisierung sei ein Zeichen der Stärke an die nächste Regierung auszusenden und "klar zu machen, dass wir bereit sind, unsere Protestaktionen fortzusetzen, wenn die nächste Regierung unseren Forderungen nach einer öffentlichen, kostenlosen und qualitativ hochwertigen Bildung nicht nachkommen sollte." Mitte November stehen in Chile Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an.

Vergangene Woche hatte Vela gegenüber der Regierung von Sebastián Piñera gefordert, für den Haushalt von 2014 zwei Prozent der eingeplanten Haushaltsmittel für die universitäre Lehre einzuplanen. Dies wäre ein erster Schritt auf dem Weg zu dem geforderten kostenlosen Zugang zur Universität.

"Wir wollen hier keine halbherzigen Sachen, wir verlangen einen wirklichen Wandel. Und damit diese Regierung es ein für alle Mal versteht: Sie muss die Macht, die sie lediglich zur Verteidigung der eigenen Privilegien nutzt, aufgeben und den Weg öffnen hin zu einer realen Demokratie“, sagte Vela.

Zwar ist die Höhe des Bildungsbudgets in den letzten zwei Jahren kontinuierlich gewachsen, doch gehen die Forderungen der Studenten über den rein monetären Ansatz hinaus: "Die Zeit ist reif für einen grundsätzlichen Logikwechsel. Es reicht nicht, einfach nur mehr Geld in einen sowieso schon durchlöcherten Sack zu werfen", so der ehemalige Sprecher der Confech, Gabriel Boric, Bezug nehmend auf die Problematik der bisherigen Universitätsausbildung in Chile als Luxusgut. Chile hat im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen der Bevölkerung die höchsten Universitätsgebühren weltweit.

In Vorbereitung auf die angekündigten Protestkundgebungen legte die Confech ein Dokument zur Neugestaltung des Bildungssektors mit fünf thematischen Schwerpunkten vor: Demokratie, Teilhabe, öffentliche, ausfinanzierte und kostenlose Bildung, Zugangserleichterung sowie Qualität.

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