Solidaritätstreffen plant Arbeit zu ALBA-Ländern

Aktivisten und Regierungsvertreter treffen in der venezolanischen Botschaft in Berlin zusammen. ALBA-Bündnis soll als Vorbild für Europa dienen

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V.l.n.r.: Gesandter Botschaftsrat der Botschaft Venezuelas in Deutschland, Robert Jiménez,  PSUV-Abgeordneter Germán Ferrer, die Botschafter Venezuelas in Berlin,Rodrigo Chaves, und in Bagdad, Jonathan Velasco
V.l.n.r.: Gesandter Botschaftsrat der Botschaft Venezuelas in Deutschland, Robert Jiménez, PSUV-Abgeordneter Germán Ferrer, die Botschafter Venezuelas in Berlin,Rodrigo Chaves, und in Bagdad, Jonathan Velasco

Berlin. Die Jugendorganisation der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) sowie das "Netzwerk Patria Grande", ein Zusammenschluss von Lateinamerikanern in Deutschland, haben nach einer Konferenz in der Botschaft von Venezuela in Berlin am vergangenen Sonntag ihre Solidarität mit dem ecuadorianischen Volk im Fall Chevron erklärt. Das US-Unternehmen Chevron-Texaco hatte eine historische Erdölkatastrophe im ecuadorianischen Regenwald verursacht, weigert sich aber, ein ecuadorianisches Gerichtsurteil aus dem Jahr 2011 zur Entschädigung anzuerkennen. Auch erklärten sich die über 40 anwesenden italienischen, schweizerischen, spanischen, deutschen und lateinamerikanischen Aktivisten solidarisch mit dem kubanischen Volk im Kampf um die Freilassung der Cuban Five.

Zu Beginn des Treffens hatte der venezolanische Abgeordnete Germán Ferrer, der in den 1960er und 1970er Jahren der Guerilla in Venezuela angehörte, über die politische Aktualität im südamerikanischen Land berichtet. Ferrer betonte die Bedeutung zweier europäischer Denker des 20. Jahrhunderts, Rosa Luxemburg und Antonio Gramsci, für die Bolivarische Revolution. Er kündigte zudem verstärkte Bemühungen zur Vernetzung der Solidaritätsbewegung im In- und Ausland an.

Der Botschafter Venezuelas in Berlin und Gastgeber Rodrigo Chaves betonte, dass die in der EU dominierende Spar- und Lohnkürzungspolitik in Analyse und Kritik stärker beachtet werden müsse. Zudem bestätigte er, dass "Zweifel und Fragen", das heißt die Selbstkritik eines progressiven Prozesses, unabdingbar seien, damit der Fortschritt und die hierfür nötige gesellschaftliche Selbstreflexion nicht behindert würden.

Der neue Botschafter Venezuelas in Bagdad, Jonathan Velasco, der zuvor in der venezolanischen Auslandsvertretung in Ramallah gearbeitet hatte, bezeichnete Syrien als Teil einer "antiimperialistischen Grenze" und verwies auf die geopolitische Strategie der USA im Nahen und Mittleren Osten.

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Als ein venezolanischer Stipendiat und Jura-Student die Notwendigkeit einer kollektiven Führung an der Spitze des venezolanischen Staates betonte, pflichtete Botschafter Chaves ihm bei. Dies sei bereits im Rahmen der Veränderung des politisch-militärischen Kommandos vorgesehen.

Ein venezolanischer Solidaritätsaktivist aus Schweden kritisierte bürokratische Strukturen im venezolanischen Staat und die zunehmend einseitige Funktion der Partei PSUV als soziales Aufstiegsinstrument. Der Schweizer Aktivist und amerika21.de-Autor Philipp Zimmermann berichtete über die vor zwei Monaten gegründete Solidaritätsgruppe ALBA-Suiza.

Der venezolanische Konsul in Neapel riet, in den europäischen Ländern mehr über die ALBA-Allianz als alternativen Mechanismus der Zusammenarbeit und Integration auf der Basis von Solidarität und Komplementarität zu informieren. Durch verstärkte Informations-und Aufklärungsarbeit könne ein Beitrag zur fortschrittlichen Veränderung der politischen Verhältnisse in Europa und zur langfristigen Verbesserung der Kooperation europäischer Staaten mit den ALBA-Mitgliedsstaaten geleistet werden.

In diesem Sinn erklärten die Anwesenden in ihrer Abschlusserklärung, dass sie am 22. November bei einem Forum der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit einer linken Abgeordneten des Europaparlaments in der Berliner Galerie Freies Museum Anregungen und Initiativen einbringen werden, wie in den darauf folgenden Diskussionsveranstaltungen ALBA als Vorbild für Europa vorgestellt werden kann.

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