Ignacio Ramonet: Maduro handelt richtig gegen Putsch-Absichten

ramonet_vtv.jpeg

Ignacio Ramonet
Ignacio Ramonet

Caracas. Der spanisch-französische Journalist und amerika21.de-Kolumnist Ignacio Ramonet hat erneut gewarnt, in Venezuela solle durch einen "Wirtschaftskrieg" ein Putsch vorbereitet werden. In einem Interview mit dem staatlichen venezolanischen Fernsehsender VTV am vergangenen Donnerstag lobte er ausdrücklich die jüngsten Maßnahmen von Präsident Nicolás Maduro, der die Situation richtig einschätze.

Ramonet verglich die wirtschaftliche Situation erneut mit der Atmosphäre in Chile vor dem Putsch gegen die sozialistische Regierung von Salvador Allende im Jahr 1973. Plötzlich gebe es Stromausfälle und kein Wasser, eine Reihe von wichtigen Gütern fehle und es werde Angst in der Bevölkerung geschürt, beschrieb der Journalist und Autor die Situation. Seiner Auffassung nach solle damit eine "für einen Putsch förderliche Atmosphäre" geschaffen werden. Man dürfe nicht naiv sein, so Ramonet, denn dies gleiche einem Staatsstreich nach dem Handbuch des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA, wie er bereits in anderen Ländern durchgeführt worden sei.

Präsident Maduro habe eine kluge Einschätzung der Entwicklung vorgenommen und Initiativen ergriffen, die bereits Ergebnisse zeigten. "Der Präsident hat ein Niveau von Führung erlangt, das die Opposition sich nicht einmal vorgestellt hatte", so Ramonet weiter. Maduro sei ein Mann des Dialogs und habe seine Amtszeit entsprechend begonnen. Die Opposition habe den Präsidenten unterschätzt und nicht damit gerechnet, dass er zu entschiedenen wirtschaftlichen Maßnahmen greife. Ramonet unterstützte ausdrücklich die von der Regierung eingeführten Preiskontrollen und die Festlegung von Grenzen für Gewinnspannen, ein Vorgang, der auch in anderen Ländern üblich sei. Maduro habe aufgezeigt, dass ein Teil der Inflation "künstlich und durch eine wahnhafte Preiserhöhung erzeugt wurde, die nicht gerechtfertigt war", so Ramonet. Die Bürger akzeptierten die Intervention der Regierung.

Unterdessen hat Maduro mit den ihm am vergangenen Dienstag übertragenen Sondervollmachten die ersten beiden Gesetze erlassen. Eines regelt die Bildung des Nationalen Zentrums für Außenhandel und die Körperschaft des Außenhandels zur Devisen-Regulierung. Das zweite dient der Kontrolle der Kosten, Preise und Gewinne und soll nach Regierungsangaben die wirtschaftlichen und sozialen Rechte des venezolanischen Volkes schützen sowie die nationale Wirtschaft ordnen. Auch sollen kleine und mittlere Unternehmen geschützt werden, die ebenfalls von der Spekulation betroffen seien.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr