Protest der Bewegung der obdachlosen Arbeiter in São Paulo

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Geht für würdigen Wohnraum auf die Straße: die Bewegung der obdachlosen Arbeiter MTST
Geht für würdigen Wohnraum auf die Straße: die Bewegung der obdachlosen Arbeiter MTST

São Paulo. Mitglieder der Bewegung der obdachlosen Arbeiter MTST haben am vergangenen Mittwoch in São Paulo einen Protestzug unter dem Motto "Marsch für würdigen Wohnraum und gegen die Zwangsräumungen" durchgeführt.

Während die Veranstalter von bis zu 10.000 Teilnehmern sprachen, gab die Polizei die Zahl der Beteiligten mit bis zu 2.000 an. Anlass für die Demonstration ist die anhaltende Weigerung sowohl der Stadt- wie der Landesregierung, Lösungen für die Probleme des städtischen Wohnungsmarkts zu finden. "Die Stadtverwaltung kümmert sich nicht um die besetzten Häuser, die von Räumungen bedroht sind, sie hat keine Alternativen für günstigen Wohnraum dargelegt und hat die Mietzuschüsse eingefroren", sagte Guilherme Boulos, Mitglied und Sprecher der MTST am Rande der Demonstration. Zudem forderten die Demonstranten mehr Wohneinheiten im Zentrum der Stadt.

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Die MTST besteht seit dem Jahr 1997, nachdem sie sich als eigenständige Bewegung aus der Landlosenbewegung MST gelöst hatte. Mittlerweile ist sie als größte städtische Bewegung Brasiliens vor allem in São Paulo und Rio de Janeiro aktiv. Mit Besetzungen versuchen ihre Mitglieder, städtischen Leerstand für obdachlose und arme Familien nutzbar zu machen.

In São Paulo sind derzeit 12 besetzte Gebäudeeinheiten, in denen mehrere tausend Menschen wohnen, von der Räumung bedroht. Nach der Demonstration am Mittwoch trafen sich Vertreter der MTST und der städtischen Entwicklungsbehörde CDHU, um die Situation der bedrohten Familien zu diskutieren. Wie die Tageszeitung Folha de São Paulo berichtete, sei das Treffen in einer "positiven Weise" beendet worden. In mehreren Punkten sagte die Behörde der MTST ihre Unterstützung zu, unter anderem bei der Durchführung des "Programa Casa Paulista". Mit diesem Programm sollen nächstes Jahr im Stadtteil Campo Limpo sowie in den Städten Santo André und Taboão da Serra neue Wohneinheiten auf besetzten Geländen entstehen.

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