Venezuela / Politik

Venezuelas Präsident Maduro trifft Vertreter der Opposition

treffen-nicolas-maduro-opposition.jpg

Präsident Maduro mit Vertretern der Opposition am Mittwoch in Caracas
Präsident Maduro mit Vertretern der Opposition am Mittwoch in Caracas

Caracas. In Venezuela ist Präsident Nicolás Maduro am Mittwoch zu einem für das politisch polarisierte Land außergewöhnlichen Treffen mit Vertretern der Opposition zusammengekommen. Bei der Unterredung im Präsidentenpalast Miraflores in Caracas bat der sozialistische Politiker die anwesenden Lokalpolitiker der Opposition, mit seiner Regierung zusammenzuarbeiten. Maduro, der Amtsnachfolger des Anfang März verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez, erinnerte die Regierungsgegner zudem daran, dass sie zur Hälfte seiner Amtszeit ein Abberufungsreferendum anberaumen könnten. Voraussetzung dafür ist eine landesweite Unterschriftensammlung, bei der mindestens 20 Prozent der in den Wahlverzeichnissen eingetragenen Abstimmungsberechtigten es unterstützen. Im Fall von Maduro besteht diese Option 2016.

Bei dem Treffen forderte Maduro die gewählten Vertreter der Opposition zudem auf, nach vier Wahlen binnen gut eines Jahres zu einer neuen Zusammenarbeit zu finden. "Ich habe meine aufrichtigen Grüße an sie gerichtet", sagte der 51-jährige Maduro, "und ich respektiere jeden einzelnen von ihnen mit seiner politischen Position". Nach den vergangenen Wahlen sei es nun an der Zeit, gemeinsam an der Bekämpfung der Armut und anderer wichtiger Aufgaben in dem 29-Millionen-Einwohner-Land zu arbeiten. "Wir können eine neue Etappe (der politischen Beziehungen) einleiten", sagte Maduro weiter, der kurz vor den Feiertagen an den "Geist des Weihnachtsfestes" erinnerte. Auch wenn man politische Differenzen habe, könne und müsse man zusammenarbeiten.

Zu Beginn des Treffens hatte Maduro exponierten Vertretern des Mitte-Rechts-Bündnisses "Tisch der Demokratischen Einheit" (MUD) die Hand gereicht, unter ihnen Antonio Ledezma, dem Bürgermeister von Caracas, und Miguel Cocchiola, dem Bürgermeister von Valencia. Im Wahlkampf hatte er beide politisch noch mit scharfen Worten attackiert und als "Vampire", "Diebe" und "Delinquenten" bezeichnet. Nun überreichte er ihnen als Gastgeschenk eine Sammlung von Schriften des verstorbenen Chávez und eine Aufnahme der Nationalhymne, gesungen von Chávez.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr