Nicaragua / Wirtschaft / Umwelt

Anteil der erneuerbaren Energie in Nicaragua steigt auf 51 Prozent

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Nicaragua konnte seinen Anteil an erneuerbarer Energie  auf 51 Prozent steigern
Nicaragua konnte seinen Anteil an erneuerbarer Energie auf 51 Prozent steigern

Managua.  Im vergangenen Jahr ist der Anteil von erneuerbarer Energie an der Gesamtversorgung in Nicaragua auf 51 Prozent angestiegen. Dies entspricht einem Wachstum von 10 Prozent gegenüber 2012. Im Jahr 2007 waren es lediglich 27 Prozent. Zu den erneuerbaren Energiequellen gehören Geothermie, Wasserkraft, Biomasse und Windkraft. Hier ist bisher nur ein Bruchteil des Potenzials ausgeschöpft. Gleichzeitig stieg zwischen 2007 und 2013 die Energienachfrage um 31 Prozent an. Nicaraguas Energieminister Emilio Rappacciolli führt diesen Anstieg auf den Ausbau der Energieversorgung und das Bevölkerungswachstum zurück.

Erklärtes Ziel der Regierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien in den nächsten Jahren weiter auszubauen und somit die Ölimporte senken zu können. Im Jahr 2018 sollen bereits 74 und im Jahr 2027 rund 91 Prozent der Energie aus erneuerbaren Ressourcen produziert werden. Ursachen für den Ausbau der erneuerbaren Energie sind Investitionsanreize für private Investoren und gute Umweltbedingungen. Aktive Vulkane, stabile Windbedingungen ebenso wie nutzbare Wasserressourcen und intensive Sonnenstrahlung. Neben Privatfirmen spielt die venezolanisch-nicaraguanische Firma ALBANISA eine zentrale Rolle bei den Investitionen.

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Die Elektrizitätsversorgung sicherzustellen war eine der zentralen Herausforderungen für die FSLN-Regierung bei ihrem Amtsantritt 2007. In den Jahren davor war es immer wieder zu stundenlangen Stromausfällen gekommen. Dieses Problem konnte zunächst durch alte Kraftwerke aus Venezuela gelöst werden – die allerdings nicht energieeffizient waren. Gleichzeitig begann das zentralamerikanische Land, stärker auf erneuerbare Energie zu setzen. Von den privaten Industrievertretern werden öffentlich immer wieder die hohen Energiepreise kritisiert, durch die sie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gefährdet sehen.

Auf der jährlich vom Weltwirtschaftsforum veröffentlichten Liste der Länder mit den teuersten Strompreisen für den Industriesektor nimmt Nicaragua unter 124 Ländern den fünften Platz ein. Angeführt wird die Liste von Italien und der Dominikanischen Republik.

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