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15.02.2014 Kuba / Politik

Modrow übergibt in Kuba Nachlass von deutscher Guerillera Bunke

Hans Modrow im "Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft" (ICAP) am Mittwoch

Hans Modrow im "Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft" (ICAP) am Mittwoch

Quelle: Harald Neuber

Havanna. Rund 150 Personen haben am Mittwochnachmittag in Havanna an der Übergabe persönlicher Habseligkeiten der deutschen Internationalistin und Guerilla-Kämpferin Tamara Bunke teilgenommen. Im "Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft" (ICAP) übergab der ehemalige Ministerpräsident der DDR und Ehrenvorsitzende der Linkspartei, Hans Modrow, den Nachlass an die ICAP-Direktorin Kenia Serrano. Die persönlichen Gegenstände der einzigen Frau im Guerillakommando Che Guevaras in Bolivien 1967 waren von der deutschen Solidaritätsorganisation Cuba Sí nach Kuba gebracht worden. Zu dem Nachlass gehören die Uniform, Notizbücher, Schulhefte, Zeugnisse und weitere Dokumente.

Haydée Tamara Bunke Bíder alias "Tania la Guerillera" wurde 1937 in Buenos Aires als Tochter eines deutschen Vaters und einer polnischen Mutter – Flüchtlinge des NSDAP-Regimes – geboren. Als Jugendliche kehrte sie mit ihren Eltern nach Deutschland in die DDR zurück. 1961 ging sie nach Kuba, nachdem sie Ernesto Che Guevara ein Jahr zuvor als Dolmetscherin in Leipzig kennengelernt hatte. In Kuba arbeitete sie in Ministerien und dem Frauenverband FMC. 1967 schloss sie sich der Guerilla Guevaras in Bolivien an. Am 31. August 1967 geriet sie in einen Hinterhalt der Armee und des US-Auslandsgeheimdienstes CIA und wurde getötet.

In Vitrinen wird der Nachlass Bunkes ausgestellt

Quelle: Harald Neuber

In seiner Rede erinnerte Modrow am Mittwoch in Havanna daran, dass in der DDR das Gedächtnis an Bunke aktiv aufrechterhalten worden sei: "Mehr als 200 Schulen und Kindergärten wurden nach ihr benannt". Nach der Wiedervereinigung seien viele dieser Namen geändert worden, "weil die Bundesrepublik ihrem Andenken keinen Raum mehr geben wollte".

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In Vitrinen wird der Nachlass Bunkes ausgestellt

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16.12.2010 Nachricht von Harald Neuber