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18.03.2014 Kolumbien / Militär

Kolumbien: Paramilitärsöhne wegen Aussage gegen Ex-General bedroht

Ehemaliger General Buitrago hat vom Ex-Präsidenten Uribe einen Ordnen erhalten.

Ehemaliger General Buitrago hat vom Ex-Präsidenten Uribe einen Ordnen erhalten.

Bogotá. Einer der drei Söhne des in den USA inhaftierten Paramilitärs Carlos Mario Jiménez, auch als "Macaco" bekannt, hat per SMS eine Todesdrohung gegen sich und seine Brüder erhalten. Dies geschah, nachdem sein Vater gegen den in den Ruhestand versetzten General der Polizei, Flavio Buitrago, ausgesagt hatte. Sie würden für das bezahlen, was die "Schwuchtel und Petze Macaco" gerade macht, heißt es in der SMS-Nachricht.

Jiménez hatte Anfang Dezember vor einem Gericht in Miami ausgesagt, dass der ehemalige Sicherheitschef des Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, Flavio Buitrago auf der Gehaltsliste der paramilitärischen Struktur Bloque Central Bolívar (BCB) gestanden habe. Der BCB war Teil des Paramilitärdachverbandes Vereinigte Bürgerwehren Kolumbiens (AUC) der sich zwischen 2003 und 2006 demobilisiert hat.

Laut der Aussage "Macacos" soll der Ex-General monatlich zunächst fünf Millionen Pesos (circa 2.000 Euro) vom BCB bekommen haben. Nachdem er zum Sicherheitschef Uribes wurde, hätte sich seine Bezahlung auf 15 Millionen pro Monat gesteigert. Er sei von den Paramilitärs damals die "Vorhut der Präsidentschaft" genannt worden.

Macaco berichtete außerdem, dass Buitrago den Paramilitärs in Antioquia auch mit Informationen, Überwachungen, Entführungen und sogar mit Telefonabhörungen half. Die Aktivitäten der Paramilitärs seien von Buitrago durch den Einsatz der Sondereinheit der Polizei "Gaula" unterstützt worden, die „ein Anhängsel der AUC“ gewesen sei, so der Ex-Paramilitär.

Buitrago soll darüber hinaus für die in den USA inhaftierten Drogenhändler Luis Agustín Caicedo, Julio Lozano und Daniel Barrera gearbeitet haben, so "Macaco". Im vergangenen Jahr ist der Ex-General wegen unrechtmäßiger Bereicherung aufgrund geschäftlicher Verbindungen mit dem Drogenhändler Marco Antonio Gil festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft untersucht gerade den Zuwachs seines Vermögens um 600 Millionen Pesos (circa 240.000 Euro) und ist dabei, ein neues Verfahren wegen Geldwäsche gegen ihn zu eröffnen. Auch seine Frau wurde verhaftet.

Der Ex-General hat einen Brief an Präsident Santos geschrieben, in dem er seine Unschuld beteuert und das Regierungsoberhaupt daran erinnert, wie er ihm als ehemaliger Verteidigungsminister immer zur Seite gestanden habe. Buitrago bleibt während des Prozesses gegen ihn im Zentrum für Fortbildung der Polizei CESPO eingesperrt.

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