Lateinamerika / Politik

Erstes CELAC-Ministertreffen zur Drogenpolitik

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Logo der CELAC
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La Antigua, Guatemala. In Guatemala ist das erste Ministertreffen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) zum weltweiten Drogenproblem zu Ende gegangen. Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien für Sicherheit aus 33 Staaten waren für zwei Tage zusammen gekommen, um über neue Wege im sogenannten Kampf gegen die Drogen zu sprechen. In der Abschlussvereinbarung heißt es, man werde auch in Zukunft gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um der Bedrohung entgegenzuwirken, die von der Drogenproblematik ausgehe.

Das Treffen war von dem guatemaltekischen Präsidenten Otto Pérez mit dem Ziel einberufen worden, Erfahrungen auszutauschen und wirksame Vorgehensweisen in der Region zu eruieren. Zudem wollen die Staaten mit einer gemeinsamen Position zu einer außerordentlichen Sitzung der UN-Generalversammlung gehen, die sich Anfang 2016 in New York mit der Drogenproblematik befassen soll. Pérez sagte zum Ende des Treffens, dass "der Kampf gegen die Drogen humaner und sozialer gestaltet werden" müsse und verwies damit auf den gescheiterten bewaffneten Kampf, der von den USA angeführt werde, die gleichzeitig Hauptkonsument der illegalisierten Substanzen seien.

Guatemalas Innenminister Mauricio López Bonilla betonte, dass man den Kampf gegen den Drogenhandel keinesfalls aufgeben wolle. Man müsse aber innovative und effektive Lösungen suchen. Dabei könnten die Staaten viel voneinander lernen und "es braucht eine Debatte ohne Geheimnisse und Tabus", so der Generalsekretär der Nationalen Drogenbehörde Uruguays, Julio Calzada, der die Legalisierung von Marihuana in seinem Land vorangetrieben hatte. "Seit 50 Jahren führen wir den bewaffneten Kampf gegen den Drogenhandel, ohne jegliche Verbesserung, stattdessen konzentrieren wir uns auf die Kontrolle des Angebots, Verbote und Strafgesetze. Das ist rückwärtsgewandt", so Calzada. Mit der Legalisierung von Marihuana hofft Uruguay einen Teil der kriminellen Strukturen wirtschaftlich auszutrocknen.

Bereits 2012 hatte Guatemalas Präsident Pérez die Entkriminalisierung des Drogenkonsums und -handels gefordert, um der Welle der Gewalt, die vom bisherigen Kampf gegen die Drogen in Mittelamerika ausgelöst wurde, entgegen zu wirken. Inzwischen wurde in seinem Land eine Kommission eingerichtet, die über die Legalisierung des Klatschmohnanbaus zu medizinischen Zwecken beraten soll.

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