US-Angriffe auf Boote in der Karibik haben Drogenfluss in die USA nicht gestoppt

Wirkungslosigkeit der US-Luftschläge laut DEA-Bericht. Trump sprach von 98 Prozent Erfolg

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Der Kommandeur des US-Southcoms, General Francis Donovan, räumte ein, dass die Angriffe "wahrscheinlich nicht das wirksamste Mittel" zur Bekämpfung des Drogenhandels seien
Der Kommandeur des US-Southcoms, General Francis Donovan, räumte ein, dass die Angriffe "wahrscheinlich nicht das wirksamste Mittel" zur Bekämpfung des Drogenhandels seien

Washington. Laut einer internen Analyse der Drogenbehörde DEA haben die 67 Luftangriffe auf Wasserfahrzeuge in der Karibik weder den Preis noch die Verfügbarkeit von Drogen in den USA beeinflusst. Die Lieferungen haben sich auf den Luftweg verlagert. Dies berichtet die Washington Post.

Die US-Militäroperation "Southern Spear" (Schwert des Südens) forderte seit September 2025 221 Todesopfer und wurde von Völkerrechtsexpert:innen infrage gestellt, die sie als mögliche außergerichtliche Hinrichtungen bewerten.

Dem DEA-Bericht zufolge hatten die Luftangriffe weder Auswirkungen auf die Versorgung noch auf den Preis oder die Reinheit der Drogen, die auf den US-amerikanischen Markt gelangen. Stattdessen zwangen sie die Drogenhandelsorganisationen dazu, ihre Routen und Transportmethoden zu ändern.

Sie sollen aufgehört haben, Rauschmittel mit Schnellbooten in internationalen Gewässern zu transportieren. Stattdessen nutzten sie größere Schiffe, die dicht entlang der Küsten fahren. Laut der DEA verwendete der Drogenhandel zudem Flüge von illegalen Landebahnen an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela nach Guyana und Suriname.

"Wenn man einen Ballon an einer Stelle zusammendrückt, dehnt er sich immer an der anderen Seite aus. Sie finden immer die Schwachstellen und nutzen sie aus", erklärte laut der Washington Post ein DEA-Beamter, der anonym bleiben wollte.

Beamt:innen des Pentagons haben der US-Zeitung zufolge Kongressmitglieder in einer vertraulichen Unterrichtung über die Wirkungslosigkeit der Militäroperation informiert. Der Preis pro Kilogramm Kokain in Florida sank um 50 Prozent auf 13.000 bis 15.000 US-Dollar. Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Angebot nicht abnahm.

Angebot, Preis und Reinheit waren die drei untersuchten Variablen in der Bewertung. Sie bilden den Maßstab, an dem US-Behörden jede Drogenbekämpfungspolitik messen. Keine davon entwickelte sich in die vom Weißen Haus angekündigte Richtung.

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US-Präsident Donald Trump erklärte laut der Zeitung La Jornada mindestens 15 Mal, dass die Militäroperation den Drogenhandel auf dem Seeweg um 97 bis 98 Prozent reduziert habe. Im April schrieb er auf Truth Social: "98,2 Prozent der Drogen, die auf dem Seeweg in die USA gelangen, wurden gestoppt!"

Der Sprecher des Pentagons, Sean Parnell, erklärte, dass "Southern Spear" seinen Zweck erfüllt habe. Er bezeichnete es als üblich, dass kriminelle Organisationen ihre Taktiken anpassen, und beschrieb die Auswirkungen der Militärkampagne als eine "systemische Störung" der Schmuggelaktivitäten.

Der Kommandeur der militärischen Struktur für Süd-, Mittelamerika und die Karibik, des US-Southcom, General Francis Donovan, hatte zuvor jedoch vor dem Senat eingeräumt, dass die Angriffe "wahrscheinlich nicht das wirksamste Mittel" zur Bekämpfung des Drogenhandels seien. Er verteidigte jedoch deren Einsatz als Teil einer umfassenderen Strategie.

Der Militäreinsatz in der Region dauert weiterhin an, die Angriffe auf Schiffe gehen weiter.

Die Vereinten Nationen und verschiedene Menschenrechtsorganisationen bezeichneten die US-Bombardierungen von Booten als außergerichtliche Hinrichtungen. Zu den Opfern zählen Fischer und Kraftstoffschmuggler. Washington hat vor keinem Gericht die Beteiligung dieser Besatzungen an Straftaten nachgewiesen.

Human Rights Watch warnte die lateinamerikanischen Regierungen letzte Woche vor den "schwerwiegenden Folgen" einer Beteiligung an diesen Maßnahmen und erinnerte daran, dass die Aufhebung rechtlicher Garantien das organisierte Verbrechen nicht eindämme.