Venezuela / Politik / Medien

Zeitungschef kritisiert Medienkampagne gegen Venezuela

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Der Chefredakteur von Últimas Noticias, Eleázar Díaz Rangel
Der Chefredakteur von Últimas Noticias, Eleázar Díaz Rangel

Caracas. Der Chefredakteur der größten privaten Tageszeitung in Venezuela, Eleázar Díaz Rangel, hat erneut die internationale Medienkampagne gegen das südamerikanische Land kritisiert. Der Verantwortliche der Zeitung "Últimas Noticias" hatte bereits im März in einem Editorial darauf hingewiesen, dass drei Unternehmerverbände lateinamerikanischer Medien mit insgesamt über 80 Zeitungen auf dem ganzen Kontinent sich abgesprochen haben, um gezielt negativ über Venezuelas Regierungspolitik zu berichten.

Die drei großen Mediennetzwerke Andiarios, Grupo de Diarios de América (GDA) und Periódicos Asociados Latinoamericanos (PAL) hatten damals beschlossen, in ihren Publikationen täglich eine volle Seite unter dem Motto "Wir sind alle Venezuela" den gewaltsamen regierungskritischen Protesten in Venezuela zu widmen. Díaz Rangel nannte dies ein "nie dagewesenes Ereignis in der amerikanischen Geschichte". In Andiarios sind 53 kolumbianische Zeitungen zusammengeschlossen, GDA vereint elf landesweite Zeitungen auf dem ganzen Kontinent und PAL umfasst 18 Medienhäuser in elf Ländern.

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Das koordinierte Vorgehen in der Berichterstattung über die Proteste in Venezuela bezeichnete Díaz Rangel anlässlich eines Medienforums in Caracas als Versuch, "zur Schwächung und Destabilisierung der Regierung beizutragen". Der Träger des venezolanischen Nationalen Medienpreises wies außerdem darauf hin, dass die US-Regierung kürzlich entschieden hat, bis zu 18 Millionen US-Dollar bereitzustellen, um regierungskritische Medien in Venezuela zu unterstützen.

Díaz Rangel betonte, dass die privaten Medien "der fundamentale Faktor" für die Zugewinne der venezolanischen Opposition bei den Präsidentschaftswahlen im März vergangenen Jahres gewesen seien. Es gebe in Venezuela etwas über 100 Tageszeitungen, von denen zwischen 80 und 90 in klarer Opposition zur Regierung stünden, so der Journalist.

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