Präsident von Ecuador fordert Lösung für Wikileaks-Gründer Assange

assange_in_ecuadors_botschaft.jpg

Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London im Juni 2014
Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London im Juni 2014

Quito. Nach Auffassung von Ecuadors Präsident Rafael Correa liegt der Schlüssel für eine Lösung im Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange in Europa, namentlich in Händen von Großbritannien und Schweden. Correa äußerte sich in der Hafenstadt Guayaquil gegenüber Pressevertretern aus dem Anlass, dass Assange vor nunmehr zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gesucht und Asyl erhalten hat.

Assange begann im Jahr 2010 über die Enthüllungsplattform Wikileaks, tausende geheime Dokumente der US-Diplomatie der internationalen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dafür muss der australische Journalist eine Auslieferung an die Justiz der USA und eine Verfolgung wegen Landesverrats fürchten. Eine Anforderung Assanges durch die schwedische Justiz, die Ermittlungen wegen eines angezeigten sexuellen Übergriffs führt, beurteilt Assange lediglich als Zwischenetappe einer Auslieferung in die USA.

Ecuadors Präsident bezichtigte nun Großbritannien, mit der Weigerung einer sicheren Passage für Assange imperiale Arroganz an den Tag zu legen. Er erinnerte daran, dass sein Land den schwedischen Behörden mit Zustimmung von Assange angeboten habe, diesen in der Londoner Botschaft oder per Videokonferenz zu vernehmen. Dieses Angebot sei ausgeschlagen worden.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

"Man spielt mit den Menschenrechten einer Person", so Correa, gegen die Schweden noch nicht einmal Anklage erhoben habe. Man möge sich einmal die Reaktionen gegen seine Regierung vorstellen, wenn umgekehrt ein europäischer Staatsbürger in eine ausländischen Botschaft in Quito geflüchtet wäre und Ecuador durch Verweigerung der Ausreise diese Person auf Jahre der freien Bewegung berauben würde.

Indes kündigte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño an, dass er am Donnerstag mit Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London zusammentreffen wird. Eine gemeinsame Pressekonferenz sei geplant.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr