Bolivien verteilt Land von der Fläche Sachsen-Anhalts

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Boliviens Ministerin für ländliche Entwicklung und Land, Nemecia Achacollo
Boliviens Ministerin für ländliche Entwicklung und Land, Nemecia Achacollo

La Paz. Mit der Verteilung von Land versucht Boliviens Linksregierung für mehr Gerechtigkeit und Nahrungsmittelsicherheit im zweitärmsten Land des Kontinents zu sorgen. Wie die bolivianische Ministerin für ländliche Entwicklung und Land, Nemecia Achacollo, erklärte, seien allein im Jahr 2013 rund zwei Millionen Hektar Land an landlose Bauern verteilt worden. Dies berichtete der Radiosender Red Erbol am vergangenen Dienstag.

Durch die Vergabe staatlicher Ländereien von der Fläche des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt seien über 4.600 neue Gemeinden gegründet worden, informierte die Ministerin, die selbst aus einer Bauernfamilie stammt. Schwerpunkt der Ansiedlungen seien die östlichen Departamentos Beni, Pando und Santa Cruz im amazonischen Tiefland der 10-Millionen-Einwohnernation. In diesen Regionen ist die Landkonzentration besonders hoch, vor allem durch den Anbau von Soja, Zuckerrohr und die Viehzucht in der Hand von europäisch-stämmigen Großgrundbesitzer-Familien.

Im Gegensatz zum indigen geprägten Hochland-Departamento La Paz, wo es viele kleine, zerstückelte Landeinheiten gibt, die sogenannten Minifundios, sei im Osten Boliviens noch viel Platz, so das Ministerium. Neben der Armutsbekämpfung sei die Nahrungsmittelsicherheit von besonderer Bedeutung. "Wir müssen Nahrungsmittel für die Versorgung des Binnenmarktes produzieren", unterstrich Achacollo.

Kritik kam vom Unternehmerverband der Agrarwirtschaft (CIAB). Die Landverteilung sei angesichts der bevorstehenden Wahlen im Oktober ein Wahlgeschenk, so deren Vorsitzender Víctor Ralde in lokalen Medien.

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