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FARC werfen Armee in Kolumbien Terror gegen Friedensgemeinde vor

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó wurde im März 1997 von Bauernfamilien in der Region Urabá geschaffen

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó wurde im März 1997 von Bauernfamilien in der Region Urabá geschaffen

Quelle: aipazcomun.org

San José de Apartadó, Kolumbien. Die Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hat der Armee des südamerikanischen Landes vorgeworfen, Sprengkörper in Häusern und in der Umgebung der Friedensgemeinde San José in der kolumbianischen Provinz Antioquia angebracht zu haben, um diese Taten der Guerilla anzulasten. In einer Erklärung der 5. Front der FARC heißt es, die Angriffe auf die Bauernfamilien in der Gemeinde durch das Militär hätten deutlich zugenommen.

Berichte auf der Homepage der Friedensgemeinde bestätigen diese Informationen.

Die Soldaten nähmen die Zivilbevölkerung nicht mehr nur mit ihren Schusswaffen ins Visier, sondern installierten Sprengkörper, wie sie üblicherweise von der Guerilla gegen das Militär verwendet werden, heißt es in der FARC-Stellungnahme. So habe die Armee unter anderem einen Anschlag auf das Haus der Präsidentin der Aktionsgemeinschaft von San José, Laura Cataño, verübt, um die Bevölkerung einzuschüchtern und den Terror in der Region zu erhöhen.

Um Fortschritte im Friedensprozess zu erreichen, der zwischen FARC und kolumbianischer Regierung in der kubanischen Hauptstadt Havanna verhandelt wird, fordert die 5. Front der Guerilla die beiden Verhandlungsparteien zur Bildung einer Kommission auf, die die aktuellen Vorfälle in der Gemeinde untersucht.

Die Streitkräfte hätten bereits früher ähnliche Methoden eingesetzt, um die Bevölkerung der Gemeinde anzugreifen. So wurden die Bauern Daimer Guaca (2012) und Carlos Andrés Torres (2013) getötet. Die Morde seien in Folge als Bestrafungsaktionen der Guerilla hingestellt worden. Am 21. Februar 2005 wurden in San José drei Kinder und fünf Erwachsene getötet, darunter der Sprecher und weitere Anführer der Gemeinde. Die staatlichen Behörden machten umgehend die FARC dafür verantwortlich. Später wurde aufgedeckt, dass die Morde Teil einer gemeinsamen Operation von Armee und paramilitärischen Gruppen gewesen sind.

Die Friedensgemeinde San José de Apartado wurde im März 1997 von Bauernfamilien in der Region Urabá gebildet, um ihrer Vertreibung entgegenwirken.

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