Ecuadors Außenminister bewertet BRICS-Unasur-Treffen als historisch

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Die Präsidentinnen und Präsidenten der BRICS-Gruppe und der Unasur
Die Präsidentinnen und Präsidenten der BRICS-Gruppe und der Unasur

Quito. Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño hat das Treffen zwischen den Staaten der BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) und der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) als historisch bewertet.

Das Zusammentreffen am vergangenen Mittwoch sei "von grundlegender Bedeutung und ein Bruch mit der bisher üblichen Praxis in der Welt" gewesen, heißt es in einer Stellungnahme auf der Homepage des Außenministeriums. Es habe eine Begegnung mit den Nationen stattgefunden, die zusammen mehr 25 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes ausmachen, die bereits weit entwickelt oder auf dem Weg dahin seien und "einen anderen Blick auf die soziale Entwicklung, die Zusammenarbeit sowie die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen haben". Diese Länder hätten sich entschieden, alle Präsidenten Südamerikas einzuladen, um "Ideen über die Zukunft der Welt" auszutauschen.

Unter anderem sei auch die mögliche künftige Beziehung zwischen der neu gegründeten BRICS-Entwicklungsbank und der Bank des Südens1 besprochen worden. "Die BRICS-Entwicklungsbank wird nicht nur ihre Länder finanzieren, sondern auch andere sich entwickelnde Länder". Das biete eine ausgezeichnete Gelegenheit für die Zusammenarbeit bei der Finanzierung von Industrie- und Infrastrukturprojekten für die Entwicklung Südamerikas, so Patiño. Die beiden Institutionen seien von "fundamentaler Bedeutung für die Befreiung der Region aus der Abhängigkeit vom US-Dollar" als Leitwährung für den Austausch.

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Auch das Thema Argentinien und die Zahlung an die Hedgefonds sei bei dem Treffen behandelt worden. Die Anwesenden hätten der Regierung von Präsidentin Cristina Fernández ihre volle Unterstützung ausgesprochen. Man sei sich über die Bedeutung der Angelegenheit einig gewesen, denn hier werde die Souveränität eines Landes angetastet. Argentinien werde daran gehindert, ein großes Problem zu lösen, so Patiño unter Bezugnahme auf die Entscheidung eines US-Richters, dass das Land seine Schulden an die Hedgefonds zahlen muss, die sich weigern, die Umschuldung neu zu verhandeln.

Schließlich haben laut Patiño die Präsidenten der BRICS-Gruppe und der Unasur vereinbart, sich häufiger zu treffen, um bei Themen der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, technologischen und Investitionszusammenarbeit weiterzukommen.

  • 1. An der Bank des Südens sind bislang Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Venezuela beteiligt. Initiiert wurde sie im Jahr 2004 vom damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Die Parlamente von Brasilien und Paraguay müssen der Gründung noch zustimmen
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